#onlife
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Mal ehrlich ...

Unsere Blogger ziehen blank: Sie zeigen euch Fotos, die sie so nie gepostet hätten - und liefern die Geschichten dazu.

Mats

Das Bild habe ich vor unserer Firmenweihnachtsfeier aufgenommen und an meine Freundin geschickt. Ich mochte das Outfit und wollte mehr oder weniger nur Bescheid sagen, dass ich die nächsten Stunden unterwegs bin. Auf Instagram habe ich es aber nicht gepostet, denn auf Selfies komme mir irgendwie immer etwas blöd vor, so als würde ich mich selbst andauernd präsentieren. Deshalb poste ich statt Bildern von mir viel lieber direkt die Dinge, die ich erlebe.

Leonard

Dieses Selfie habe ich gemacht, kurz nachdem ich meine Bachelor-Arbeit – auf den letzten Drücker! – abgegeben habe. Eigentlich wollte ich einen klassischen Post machen à la: "Yes! Endlich fertig! :-)" Aber dann habe ich gemerkt, wie müde und ausgelaugt ich eigentlich bin, und hab das Foto nur einem guten Freund geschickt.

Florentina

Dieses Bild würde ich nicht auf Facebook posten, denn meine Freunde fänden es wahrscheinlich etwas komisch, dass ich als 19-Jährige noch mit einem Stoffelch kuschele. Außerdem muss ja nicht jeder wissen, wer in meinem Bettchen schlafen darf.  Er heißt übrigens Emil, der Elch!

Holm

 

Zuerst fand ich das Bild richtig gut: Draußen sein, Grinsen im Gesicht und so. Aber irgendwie fand ich dann, dass man zu sehr sah, dass es mir nicht gut geht – zu müde, zu traurig, zu bemüht zu sagen: "Alles ist in Ordnung!" Das hätte nicht gestimmt. Außerdem bin ich kein Freund davon, Bilder hochzuladen, nur um bestimmten Leuten eine Nachricht zu schicken. Deswegen habe ich es nicht gemacht. So läuft das meistens bei meinen Facebook-Profilbildern, deswegen habe ich da auch jahrelang dieselben drin und wechsle sie höchstens nachts um 3 Uhr mal, wenn's keiner merkt.

Florian

   

Ich war im letzten Dezember im Rahmen eines Jugendarbeit-Projekts im rumänischen Satu Mare. Da unsere Fotografin ausgefallen ist, sollte ich das Dokumentieren übernehmen. Natürlich hab ich mir vorgenommen, ein paar coole Fotos zu machen und zu posten, damit die Leute sehen, wie es in Rumänien läuft. Doch als ich die Bilder dann daheim am Rechner nachbearbeitet habe, ist mir aufgefallen, dass es eigentlich Unsinn ist. Die Fotos sind zwar schon beeindruckend, bringen aber trotzdem nicht richtig rüber, wie es in Rumänien ist. Das Bild von den ausgeplünderten Wohnhäusern etwa kann einfach nicht sagen, wie kalt es da ist und wie schlimm für die Leute, dort drin zu wohnen. Und das Bild von der Straße zeigt zwar, dass die Straße schlecht ist, aber vermittelt nicht, wie es sich anfühlt, mit dem Auto drüber zu fahren und Angst zu haben, jeden Moment im Graben zu landen. Ich fand, wenn diese entscheidenden Dinge nicht rüberkommen, brauche ich die Fotos auch nicht posten, darum lagerten sie bis jetzt auf meiner Festplatte.

© Foto Header und Fotos Text: Privat – bearbeitet durch Minax Intermedia GmbH & Co. KG