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Hochschule für Alle

Quelle: Lydia

Lydia, 23 Jahre

Menschen dürfen aufgrund ihrer Behinderung nicht vom Studium ausgeschlossen werden und sollen ohne Diskriminierung, gleichberechtigt mit nichtbehinderten Menschen Zugang zu Hochschulbildung haben. Das hat die UN-Behindertenrechtskonvention beschlossen.

Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung

Hochschulen müssen deswegen dafür sorgen, dass Studierende mit Behinderung in ihrem Studium nicht benachteiligt werden und das Studium möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können. Immer mehr Hochschulen und Studierendenwerke investieren deshalb unter anderem in barrierefreie Strukturen, entwickeln spezielle Beratungsangebote und Nachteilsausgleichsregelungen. Notwendig sind die Maßnahmen, da immer noch bauliche, kommunikative, strukturelle und pädagogische Barrieren das Studium von Menschen mit Behinderung erschweren.

 

Unterstützung im Studium

Studierende mit Behinderung stehen zum Beispiel bei der Organisation des Studiums und des studentischen Alltags oft vor Herausforderungen. Die Wahl des Studiengangs, der Hochschule, des Wohnorts und Fragen zu Nachteilsausgleichen (zum Beispiel bei Prüfungen) im Studium sind nur einige davon. Vor Ort gibt es deswegen fast in allen Hochschulen und vielen Studierendenwerken Unterstützung in Form von Berater*innen und Beauftragten für die Belange Studierender mit Behinderung. Sie können gezielt Informationen weitergeben, individuelle Unterstützung anbieten und beraten. Aber auch online gibt es Hilfe. Auf der Seite barrierefrei-studieren können Menschen mit Behinderung beispielsweise nach Studiengängen oder Stipendien suchen, die barrierefrei sind. Zu knapp 17.000 Studiengängen werden dabei Daten erfasst, wie barrierefreie bauliche Grundausstattung/Zugänglichkeit, speziell ausgestattete Arbeitsplätze und Nachteilsausgleich. Die Website deckt außerdem Irrtümer zum Studium mit Behinderung auf.

 

Inklusion und Digitalisierung

Hochschulen setzen immer mehr auf digitale Lehrangebote, vor allem seit Beginn der Corona-Pandemie. Digitalisierungsprojekte müssen deswegen für alle Studierenden nutzbar gemacht werden und auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden können. Zum Beispiel sollten Webseiten, wie hochschuleigene Seiten und Formulare für elektronische Anmelde-, Zulassungs- und Rückmeldeverfahren barrierefrei gestaltet sein. Aber Inklusion ist mehr als nur die Bereitstellung barrierearmer Dokumente: Inklusion muss schon bei barrierearmer Software (wie zum Beispiel Campus-Management-Software), bei der Erstellung von E-Learning-Seminaren und bei der Kommunikation zwischen Studierenden beginnen. Außerdem müssen Lehrmaterialien, wie Lernvideos, Foliensätze, Präsentationen und auch Diskussionsmöglichkeiten barrierereduzierter zur Verfügung gestellt werden. Viele Hochschulen können diesen Anforderungen noch nicht gerecht werden. Sie müssen daher ihre digitalen Barrieren reduzieren, damit alle zugangsberechtigten Studierenden bestmöglich mit und durch digitalisierte Angebote ausgebildet werden können.

 

Was du tun kannst, um Diskriminierung zu vermeiden

Viele Menschen sind sich unsicher, welche Begriffe verwendet werden sollen, um über das Thema Behinderung zu sprechen. Dass man heutzutage „Krüppel“ oder „Spast“ nicht sagt und „behindert“ nicht als Schimpfwort verwendet, sollte allen klar sein. Aber wie siehts mit Begriffen wie „Handicap“ oder „Person mit besonderen Bedürfnissen“ aus? Welche Begriffe du verwenden solltest und welche nicht, erfährst du hier:

DON‘T (diskriminierende Sprache) DO (inklusive Sprache)
die/der Behinderte Mensch mit Behinderung
behindert sein eine Behinderung haben
Handicap, besondere Bedürfnisse/besondere  Fähigkeiten Behinderung, Disability, Beeinträchtigung*
Sie/Er leidet an… Sie/Er hat die Behinderung XY/ lebt mit der Krankheit XY
gesund/normal vs. krank nichtbehindert vs. behindert
trotz ihrer/seiner Behinderung mit ihrer/seiner Behinderung
für Behinderte angepasst barrierefrei

*Bei dem Begriff Beeinträchtigung sind sich die Quellen nicht einig, aber es ist grundsätzlich nicht falsch. Es handelt sich dabei um die körperliche Seite der Behinderung, wie zum Beispiel die fehlende Sehkraft. Bei Behinderung kommt die soziale Dimension, also Barrieren, die die Beeinträchtigung zum Problem machen dazu, weswegen das Wort Behinderung bevorzugt wird. Aber eins ist klar: Frage immer die Person selbst, wie sie benannt werden möchte, wenn du dir unsicher bist!

Falls du wissen möchtest, warum manche Begriffe nicht mehr benutzt werden, kannst du hier mehr dazu lesen.

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