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BERLIN IN ZAHLEN

BERLIN IST JUNG

Alle wollen nach Berlin! Während manche Regionen in Deutschland immer älter werden, zieht die deutsche Hauptstadt viele junge Menschen an. 55 Prozent der 3,7 Millionen Einwohner Berlins sind jünger als 45 Jahre. Mit einem Durchschnittsalter von 42,7 Jahren ist Berlin das zweitjüngste Bundesland nach Hamburg.
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BERLIN IST INTERNATIONAL

Ob aus allen Ecken Deutschlands oder aus dem Ausland: Berlin ist eine Stadt der Zugezogenen. Menschen aus über 190 Nationen leben hier.
Zahlen: berlin.de, rbb

BERLIN IST "ARM, ABER SEXY"?

Mit diesem Spruch prägte Berlins damaliger Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), 2003 das Image der Hauptstadt. Doch seitdem hat sich viel getan. Unternehmen siedelten sich an, Start-ups sind entstanden und Fachkräfte zogen in die Hauptstadt. Die Arbeitslosigkeit ist seitdem auf ein Rekordtief gefallen (Stand: 2019).
Zahlen: berlin.de
Trotzdem war 2018 jede sechste Person in Berlin armutsgefährdet. Von Armutsgefährdung spricht man, wenn eine Person weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Für Ein-Personen-Haushalte lag diese Schwelle in Berlin 2018 bei 1.004 Euro im Monat. Vor allem Personen zwischen 18 und 25 sind in Berlin deutlich stärker von Armut gefährdet als im Bundesdurchschnitt.
Damit Kinder aus finanziell schwachen Familien beispielsweise auch an Musikunterricht oder Vereinssport teilnehmen können, gibt es verschiedene Unterstützungen, die das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen hat.
Was macht das Berliner Abgeordnetenhaus, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen?
Mit dem berlinpass Bildung und Teilhabe bekommen darüber hinaus Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus finanziell schwachen Familien Ermäßigungen.
15 Euro im Monat für die Mitgliedschaft in Vereinen, Fitnessstudios oder zum Beispiel den Musikunterricht.
150 Euro im Schuljahr für den persönlichen Schulbedarf (Hefte, Stifte, Schulrucksack).
Ebenso können Ausflüge in der Kita oder Schule oder sowie Nachhilfeunterricht bezahlt werden.

SO WOHNT BERLIN

Auch beim Thema Wohnen versucht das Berliner Abgeordnetenhaus die Einwohnerinnen und Einwohner finanziell zu entlasten. Enorme Mietsteigerungen und Wohnraummangel haben in den letzten Jahren zu vielen Protesten in der Hauptstadt geführt.
Auch der starke Zuwachs an neuen Wohnungen in den vergangenen Jahren konnte das Problem bisher nicht lösen.
Unten siehst du, wie sich die Angebotsmieten, also der Quadratmeterpreis für Neu- und Weitervermietung in Berlin innerhalb von zehn Jahren je nach Bezirk entwickelt haben. Im Durchschnitt sind die Preise in Berlin um rund 80 Prozent gestiegen.
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Zahlen: Investitionsbank Berlin 2009 / 2019
Gestiegene Mietpreise betreffen in Berlin nicht nur private Haushalte. Auch viele Gewerbe, also unter anderem Kinos, Spätis, Buchläden oder Clubs, sind davon betroffen.
Ein angespannter Wohnungsmarkt verstärkt auch das Problem der Obdachlosigkeit. In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2020 wurde gezählt, wie viele Obdachlose es berlinweit gibt.
Die große Mehrheit der Obdachlosen sind Männer (84 Prozent). 288 der Gezählten ließen sich befragen, dabei ergab sich folgende Altersstruktur:
Zahlen: berlin.de
14 Prozent der befragten Obdachlosen in Berlin sind unter 30 Jahren, das Problem betrifft also auch junge Menschen. Notübernachtungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche findest du hier. Insgesamt stehen in Berlin zurzeit (Juni 2020) und das ganze Jahr über 250 Betten für Notübernachtungen zur Verfügung. Im Winter wird auf 1.200 aufgestockt.
Was tut Berlin gegen die gestiegenen Mietpreise?
Der bisher weitreichendste und gleichzeitig umstrittenste Eingriff in den Berliner Mietmarkt ist der am 23. Februar 2020 in Kraft getretene Mietendeckel. Das Abgeordnetenhaus hat mit einer Mehrheit von 85 Ja-Stimmen zu 64 Nein-Stimmen und einer Enthaltung für das Gesetz gestimmt.

Berlin betritt mit dem Mietendeckel juristisches Neuland. So ein Gesetz gibt es bisher in keinem Bundesland. Zwar gibt es verschiedene Ansichten darüber, ob der Mietendeckel gegen das Grundgesetz verstößt oder nicht, doch vorerst gilt das Gesetz bis 2025 für alle Wohnungsvermieter (Stand: Juni 2020). Das sind die wichtigsten Regelungen des Mietendeckels:
Der Mietendeckel macht Wohnen günstiger. Trotzdem kommen auf eine Wohnung oft viele Interessent/-innen. Da Vermieter/-innen oft an einem gesicherten Einkommen interessiert sind, ist es für junge Menschen meist schwer, eine Wohnung zu finden. Für diese Fragen zuständig ist im Abgeordnetenhaus der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wohnen.
Was tut das Abgeordnetenhaus, damit Wohnraum auch für Azubis und Studierende bezahlbar bleibt?
Ülker Radziwill, Vorsitzende des Ausschuss für Stadtentwicklung und Wohnen:
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"Ziel ist es, dass schnell 5.000 zusätzliche Wohnheimplätze fertig werden. Das Land Berlin hat dafür Flächen bereitgestellt. Als Stadtentwicklungspolitikerin ist es mir wichtig, dass Studierende und Auszubildende nicht übersehen werden bei der Wohnraumplanung. Im Hinblick auf die steigenden Mieten müssen zum Beispiel auch die Bafög-Sätze vom Bund deutlich erhöht werden. Ich möchte außerdem Folgendes hinzufügen: In Berlin haben wir als erstes Bundesland ein Mietendeckelgesetz verabschiedet. Der Mietetendeckel, der Mieten begrenzt und teilweise absenkt, kommt allen Berlinerinnen und Berlinern zugute - gerade Studierenden und Auszubildenden!"
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