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Shisha-Mythen: Stimmt’s, stimmt’s nicht?

Lou, 22 Jahre

„Shisha-Dampfen ist gar nicht so schädlich!“ – richtig oder falsch? Wir haben einige Mythen rund um das Thema Shisha zusammengetragen und klären auf, was wirklich dahintersteckt.

Zum Shisha-Dampfen gibt es so einige Mythen. Es heißt zum Beispiel, dass Shishas bzw. Wasserpfeifen ungefährlich sind – die harmlose Alternative zum Rauchen quasi: Das stimmt schonmal nicht. Filtert Wasser die Schadstoffe aus dem Dampf? Und ist Grillkohle eine Alternative zu Shisha-Kohle? Schauen wir mal…

Mythos 1: Das Wasser in der Shisha filtert die Giftstoffe

In Shisha-Dampf sind mindestens 82 Schadstoffe enthalten. Das Wasser filtert diese aber nicht heraus, es kühlt lediglich den Rauch. Dieser Effekt erleichtert sogar das Inhalieren, wodurch die Schadstoffe sehr tief und auch in die kleinsten Lungengefäße eindringen und diese schädigen können.

Wenn man die Bowl der Shisha genau beobachtet, sieht man den Dampf, der beim Inhalieren in kleine Bläschen eingeschlossen wird. Er vermischt sich also garnicht mit dem Wasser. Damit ist eine „Reinigung“ des Shisha-Dampfs durch das Wasser ausgeschlossen. Genauere Informationen zur Funktionsweise einer Shisha findet ihr hier.

Filtert das Wasser in der Shisha also die Giftstoffe? Nein.

Mythos 2: Es besteht keine Suchtgefahr durch Shisha-Dampfen

Shishas werden üblicherweise mit Shisha-Tabak geraucht und dieser enthält – genau wie Zigarettentabak – Nikotin. Diese Substanz kann bei regelmäßigem Konsum zu einer physischen, also körperlichen, Abhängigkeit führen. Deswegen zeigen sich auch bei einer ungewohnt langen Pause vom Shisha-Rauchen Entzugserscheinungen: Dazu gehören beispielsweise Reizbarkeit, Müdigkeit, Heißhunger, Konzentrationsprobleme und Niedergeschlagenheit.

Je häufiger, länger und tiefer Shisha-Dampf inhaliert wird, umso höher wird auch das Abhängigkeitsrisiko – das heißt allerdings nicht, dass nicht auch schon bei unregelmäßigem Shisha-Konsum die Gefahr von Abhängigkeit besteht. Shiazo-Steine als Alternative zu nikotinhaltigem Tabak können zumindest die Gefahr der Abhängigkeit beseitigen – gesund ist Shisha-Dampfen deshalb aber nicht.

Besteht beim Shisha-Dampfen also Suchtgefahr? Ja!

Mythos 3: Shisha und Wasserpfeifen sind weniger schädlich als Zigaretten

Dieser Irrglauben entsteht vor allem durch die süß-fruchtigen und erfrischenden Tabakgeschmäcker, die das Nikotin und weitere Giftstoffe überdecken. Shisha-Rauchen ist in vielen Kulturen eine Tradition und hat sich beispielsweise auch im Rap etabliert. So vermarkten bekannte Künstler wie Haftbefehl, 187 Straßenbande und KC Rebell eigene Shisha-Tabaksorten. Durch den Promi-Faktor rücken die Risiken des Shisha-Dampfens oftmals in den Hintergrund. Deshalb ein paar harte Fakten: eine Shisha-Sitzung entspricht der die Nikotinmenge von 10 Zigaretten. Das dabei eingeatmete Rauchvolumen ist sogar vergleichbar mit 100 Zigaretten, da man an der Shisha mit einem Zug mehr Rauch inhaliert. Dadurch findet sich eine 46-fach höhere Konzentration von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs) im Shisha-Rauch – verglichen mit Zigaretten.

Diese Schadstoffe reizen die Atemwege und können sogar krebserregend sein. Außerdem ist der Kohlenmonoxid Gehalt einer Shisha-Sitzung mit acht bis zehn Zigaretten zu vergleichen. Wenn sich zu viel Kohlenmonoxid in einem geschlossenen Raum ansammelt, droht sogar eine Vergiftungsgefahr. Last but not least: Der Gehalt von Teer, der durch die Verbrennung des Tabaks entsteht und die Atemwege verklebt, ist in Shisha-Rauch 25 Mal so hoch wie in einer Zigarette. Wenn ihr genaueres zu den Gesundheitsrisiken wissen wollt, könnt ihr euch auch gerne unsere interaktive Infostory zu dem Thema anschauen.

Ist Shisha weniger schädlich als Zigaretten? Nein! Das heißt aber nicht, dass Zigaretten nicht schädlich sind, im Gegenteil!

Mythos 4: Jede Art von Kohle ist für das Rauchen von Shishas geeignet

Brenn- und Grillkohle sollte auf keinen Fall für das Rauchen einer Shisha verwendet werden, da die hochgiftigen Inhaltsstoffe lebensgefährlich sein können. Zudem entwickelt Holzkohle einen unangenehmen Eigengeschmack, der das fruchtige Aroma des Shisha-Tabaks überdeckt. Für das Shisha-Dampfen sollten daher ausschließlich selbstzündende Kohle und Naturkohle verwendet werden. Naturkohle ist – wie ihr Name schon vermuten lässt – frei von Zusatzstoffen und hat keinen Eigengeschmack. Außerdem besitzt sie auch eine höhere Brenndauer als selbstzündende Kohle. Allerdings lässt sich die Naturkohle nur mit einem Kohleanzünder oder Gaskocher anzünden.

Kohle, die zum Shisha-Rauchen geeignet ist, wird meistens im selben Laden wie der Shisha-Tabak verkauft. Wenn ihr unsicher seid, könnt ihr auch immer die Verkäufer*innen um Rat bitten. Aber passt auf, das Verbrennen von Kohle führt immer zur Entstehung des giftigen Kohlenmonoxids. Vergesst das Lüften also nicht oder besser: nehmt eine E-Shisha, um es ganz zu vermeiden.

Ist Grillkohle zum Shisha-Dampfen geeignet? Nein!

Mythos 5: Shishas werden nur für den Konsum von Tabak verwendet

Wie oben bereits erwähnt, gibt es auch nikotinfreie Alternativen zum Shisha-Tabak: Shiazo-Steine oder Frucht-/Kräutermischungen. Diese sind zwar weniger schädlich als der Shisha-Tabak, aber keineswegs ungefährlich. Denn auch hier findet ein Verbrennungsprozess statt, der gefährliche Substanzen freisetzt, wovon viele krebserregend sein können.

Die berauschende Wirkung von anderen Drogen wie beispielsweise Cannabis (Haschisch im Kopf der Shisha) und Alkohol (in der Shisha-Bowl) können durch das Rauchen mit einer Shisha intensiviert werden. Davon ist allerdings dringend abzuraten, da die Dosierung nicht mehr eindeutig ist und die berauschenden Effekte nur noch schwer bis gar nicht einzuschätzen sind. Die Folge: Es droht kompletter Kontrollverlust und der kann im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich sein.

 

 

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