Buecher Wand
#klischeefrei
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Neugierig geworden?

Wir haben euch eine Literaturliste zusammengestellt - zu den Themen Frauen in Männerberufen und Männer in Frauenberufen, starken Frauen und Jungen, die mit Verlusten zu kämpfen haben.

Es geht um Genderverschwörung und welche Rolle Frauen in der Weltgeschichte spielen.

Lest euch rein in die Buchempfehlung.

Mit etwas Glück könnt ihr eines der Bücher gewinnen!

 

 

Weltgeschichte für junge Leserinnen

Gerade erst wieder ist es passiert: Forscherinnen und Forscher untersuchten das Grab eines Wikinger-Kämpfers und fanden: eine Frau. Vermutlich war sie sogar die Anführerin im Heer. Wer hätte das gedacht?!

Nicht nur deswegen ist es richtig und wichtig, dass mit Kerstin Lücker und Ute Daenschel zwei Frauen die Weltgeschichte für junge Leserinnen "neu" aufgeschrieben haben. Dieses Buch ist für junge Leserinnen – und nicht nur für diese – schon lange überfällig.

Lücker und Daenschel behandeln in ihrem Buch "Weltgeschichte für junge Leserinnen" auf 507 Seiten vor allem Frauen: So schaffen sie Räume für Frauen, die zuvor keine große Öffentlichkeit hatten und im Schatten der Männer standen. Es geht um vergessene Heldinnen neben den allseits bekannten – die schöne Kleopatra, die grausame Lucrezia Borgia, die mutige Jeanne d’Arc. Es geht um Frauen wie eben die namenlose Wikingerin: Frauen, die Geschichte machten, die aber oft niemand kennt.

Das Buch erzählt von Sitt-al-Mulk, die in den Wirren des Streits zwischen Schiiten und Sunniten das Amt des Kalifen von Kairo übernahm. Oder von Malintzin, ohne deren Hilfe die Spanier Mexiko nicht erobert hätten. Von Wu-Zetian, die als "chinesischer Kaiser" dazu beitrug, den Buddhismus in China zu verbreiten. Und von Ada Lovelace, die das erste Computerprogramm schrieb und damit nicht nur das digitale Zeitalter einläutete, sondern auch Fragen zur künstlichen Intelligenz stellte. Damit regen die Autorinnen vor allem zum Nachdenken an und stiften eine gute Ausgangsbasis für Diskussionen um die Rolle der Frau in der Geschichte, aber eben auch im Hier und Jetzt. Schade nur, dass einige Sachverhalte eher an der Oberfläche bleiben und einzelne Details sachlich nicht immer hundertprozentig korrekt sind: Spinning Jenny saß am Spinnrad – nicht etwa Penelope, die arbeitete am Webrahmen. Und, das sollte spätestens im Luther-Jahr klar sein, das eben dessen Ideen nicht durch Bücher verbreitet wurden, sondern Flugschriften.

Die Leserinnen – junge wie alte – werden sich freuen, den Einband und die feinen historischen Randnotizen in Himmelblau und nicht Rosarot vorzufinden.

Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert – für die ganze Familie. Wir verlosen zwei Exemplare!

Kerstin Lücker, Ute Daenschel: Weltgeschichte für junge Leserinnen, 517 Seiten, 25 Euro, Zürich: Kein&Aber 2017, Jugendbuch ab 12 Jahren

 

 

Oh, Simone!

Warum wir Simone de Beauvoir wieder entdecken sollten

Simone de Beauvoir: Große Denkerin des 20. Jahrhunderts, eine Ikone des Femninismus – aber warum sollten sich junge Frauen für sie interessieren!? Weil sie fantastische Romane und präzise Analysen gesellschaftlicher Entwicklungen schrieb und ihrem Partner Jean-Paul Satre an analytischer Schärfe in nichts nachstand; eine Frau, die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts für ihre Freiheit kämpfte, emanzipiert und unabhängig.

Julia Korbik wirft einen frischen Blick auf die Frau, die Schriftstellerin, die Philosophin und die Feministin. Simone de Beauvoir schillert in Korbiks Buch in all ihren Facetten: Man erfährt, welche Themen sie interessierten, welche Bücher sie las, welche Personen ihr nahe standen, was sie inspirierte und wie ihr Alltag aussah. "Oh, Simone!" überrascht, lädt zum Stöbern ein und zeigt: Es lohnt sich, kritisch zu denken und das zu tun, wofür man brennt!

Fazit: Hat man "Oh, Simone!" gelesen, möchte man gleich mehr von ihr! Die Neugier und der Lesehunger ist geweckt, weiter geht es mit "Menoiren einer Tochter aus gutem Hause." Wir verlosen ein Exemplar!

Julia Korbik: Oh, Simone! Warum wir Simone de Beauvoir wieder entdecken sollten, 320 Seiten, 12,99 Euro,Rowohlt Taschenbuch Verlag

 

 

Unter Spannung

Eine Elektroingenieurin kämpft gegen den Widerstand

Rosie hat einen Plan. Sie will Elektroingenieurin werden. Einfacher gesagt, als getan. Sie begibt sich nach Aachen und stellt schnell fest, dass sie irgendwie DIE Einzige ist mit diesem Plan. Wo sind eigentlich die ganzen Frauen hin? Und wie kann man diese von den Männern unterscheiden? Ein elektrisierendes Abenteuer zwischen Nerds und Widerständen beginnt …

Das kommt gut an vor allem bei Studentinnen und Studenten der RWTH Aachen.

Fazit: "Tolles Buch, für jeden der in Aachen studiert hat oder studieren möchte. Mit viel Humor und Wortwitz beschreibt Rosie Fortunello, mit welchen Widrigkeiten Aachener Studentinnen (und auch Studenten) zu kämpfen haben", schreibt ein Rezensent. Wir verlosen zwei Exemplare!

Rosie Fortunello: Unter Spannung, eine Elektroingenieurin kämpft gegen den Widerstand, 192 Seiten, 9,99 Euro, Books on Demand

 

 

Das Märchen von der Gender-Verschwörung

Der Einsatz für eine demokratische, weltoffene und geschlechtergerechte Gesellschaft lohnt sich immer! Hier gibt es Futter gegen das Gender-Bashing ...

Progressive Gleichstellungspolitik und Geschlechterforschung werden in den letzten Jahren verstärkt von Rechtspopulisten, fundamentalistisch-christlichen und anderen erzkonservativen Akteuren angegriffen. "Gender" bildet dabei das zentrale Kofferwort in ihrer Rhetorik und das Gender-Bashing wird zunehmend anschlussfähig an die Mitte der Gesellschaft. Da kann man sich natürlich fragen: Was ist dran an der großen Gender-Verschwörung? ... ist zum Glück alles Quatsch!

In "Das Märchen von der Gender-Verschwörung" widmen sich die beiden Autorinnen Barbara Stiegler und Dorothee Beck häufig vorgebrachten Unterstellungen. Sie formulieren Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft und zeigen auf, warum das Märchen von der großen Gender-Verschwörung eben genau das ist: ein Märchen.

Wir verlosen zehn gedruckte Exemplare!

Dorothee Beck, Barbare Stiegler: Das Märchen von der Gender-Verschwörung, Argumente für eine geschlechtergerechte und vielfältige Gesellschaft, 45 Seiten, kostenfrei als pdf, Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Politik und Gesellschaft, 2017

 

 

Boy2Girl

Matts Leben in London wird erschüttert, als seine Eltern den Cousin Sam aus den USA bei sich aufnehmen. Sam ist 13, wie Matt, aber scharfzüngig und anstrengend. Eine Mutprobe wird ihn schon ruhigstellen, denken Matt und seine Freunde: Sam soll sich in der ersten Woche als Mädchen in der Schule vorstellen. Entsetzt stellen sie fest, dass Sam die Mutprobe nicht nur annimmt, sondern sie mit Bravour zu bestehen scheint. Dann taucht auch noch sein krimineller Vater in London auf. Gut, dass Sam jetzt wenigstens weiß, wer er sein will!

Fazit: Eine erfrischende Einführung in die Verwicklungen von Geschlecht und Selbstverständnis. Wir verlosen ein Exemplar!

Terence Blacker: Boy2Girl, 283 Seiten, ab 12 Jahren, Beltz Verlag

 

 

Boys don’t cry

Männer weinen nicht. Sollten sie aber, denn sie haben allen Grund dazu: Starre Männlichkeitsbilder beherrschen noch immer die Identifikationsangebote – sei es in Erziehung, Beruf, Werbung oder Mainstream-Medien. Stark, unbesiegbar, wild und immer auf der Gewinnerspur sollen Männer sein, ob sie wollen oder nicht.

Jack Urwin hat genug davon. Es reicht ihm nicht, dass der starke Mann heute auch mal weinen oder Elternzeit nehmen darf, sondern er fragt, warum Männer überhaupt stark sein müssen. Warum messen wir Menschen noch immer an Stereotypen, wo es uns ohne doch viel besser ginge? Dieses Buch ist der Beginn einer längst überfälligen Debatte darüber, wie eine positive, moderne Männlichkeit aussehen kann und wie wir dahin gelangen können, sie zu leben.

Fazit: Teils Essay, teils persönliches Manifest, ist "Boys don’t cry" eine witzige und scharfe Auseinandersetzung mit toxischer Maskulinität und ihren Folgen – und ein Plädoyer für einen anderen Umgang miteinander. Wir verlosen ein Exemplar!

Jack Urwin: Boys don’t cry, Identität, Gefühl und Männlichkeit, 232 Seiten, 16,90 Euro, Edition Nautilus

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Foto: Pixabay.com / Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.