#meerrettich
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Andere Länder, andere Tüten

Plastiktüten gehören zu den Hauptgründen für die weltweite Umwelt- und Meeresverschmutzung. Viele Länder haben das erkannt und mit Gesetzen reagiert – andere tun sich schwer. Deutschland gehört nicht zu den fortschrittlichen Ländern. Aber seht selbst:

Europäische Union

2011 befragte die Europäische Kommission die EU-Bürger online zu einem Plastiktüten-Verbot. Die Meinungen der Bürger waren die Grundlage für eine EU-Richtlinie, die besagt, dass die einzelnen EU-Staaten den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten bis 2025 auf 40 Stück reduzieren sollen. Davon ausgenommen sind sogenannte "Hemdchentüten", also die dünnen Obst- und Gemüse-Tüten im Supermarkt. Aktuell plant die EU auch dazu ein Gesetz.

Deutschland

Der durchschnittliche Plastiktüten-Verbrauch pro Kopf liegt in Deutschland laut Umweltministerin Barbara Hendricks bei 71 Tüten. Das ist deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 190 Tüten. Eine gesetzliche Regelung gibt es bis heute nicht. Jedoch haben sich rund 260 Unternehmen verpflichtet, ihre Plastiktüten künftig nicht mehr kostenlos abzugeben, sondern für 20 Cent zu verkaufen. 40 Prozent weigern sich noch – aus Angst Kunden zu verlieren.

Dänemark

Das Super-Beispiel der EU ist Dänemark. Hier müssen Kunden seit 1994 für ihre Plastiktüten zahlen. Mit überwältigendem Erfolg: 2010 lag der jährliche Plastiktüten-Verbrauch pro Däne bei ... vier Stück. 

Frankreich und Italien

Italienische Händler dürften seit 2011 gar keine Plastiktüten mehr anbieten. Als Ersatz dienen Papiertüten, Stoffbeutel oder auch Tüten aus Maisstärke. Da aber vor allem die kleineren Geschäfte das Verbot missachteten, kann der Staat mittlerweile harte Geldbußen von bis zu 25.000 Euro verhängen. In Frankreich sind Einweg-Plastiktüten an den Ladenkassen seit dem 1. Juli 2016 verboten.  Ab 2017 sollen auch die Hemdchentüten verschwinden.

Ruanda und Tansania

Noch konsequenter sind die afrikanischen Länder Ruanda und Tansania. Hier sind Kunststofftüten seit über zehn Jahren verboten. In Ruanda achten täglich Beamte darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Erwischt ein Beamter zum Beispiel einen Passanten zweimal mit einer Plastiktüte, kassiert er dafür eine Strafgebühr von umgerechnet 5,40 Euro – in Ruanda eine hohe Summe. Touristen werden in Ruanda schon am Flughafen auf Plastiktüten kontrolliert und um diese erleichtert. Vor dem Verbot waren Ruandas Städte voll mit Plastikmüll. Heute ist das Land ein Vorbild für Nachbarländer wie Uganda – und auch für Europa.

Südafrika

Südafrika verbietet seinen Einzelhändlern seit den 1990er Jahren Plastiktüten umsonst zu verteilen. Seit 2003 droht Händlern bei Missachtung des Gesetzes neben einer Geld- auch eine Gefängnisstrafe.

Neuseeland

Eines der krassesten Gegenbeispiele zu Südafrika und Co. ist Neuseeland. Hier gibt es Plastiktüten in so gut wie allen Geschäften kostenlos zum Einkauf – egal, ob Supermarkt, Modegeschäft oder kleiner Eckladen. Nur bei manchen Discountern kosten die Kunststofftüten mittlerweile sechs Cent. Schwer vorstellbar, in einem Land, das für seine einzigartige Natur berühmt und beliebt ist.

USA

In dem großen Industrie-Staat haben die einzelnen Bundesstaaten ihre eigene Plastiktüten-Politik. Hawaii war der erste US-Bundesstaat, der Plastiktüten generell verboten hat. Kein Wunder, denn die Pazifikinsel hat die Folgen des Plastikmülls direkt vor der Haustür. Auch der größte US-Bundesstaat Kalifornien hat die kostenlose Abgabe von dünnen Supermarkt-Plastiktüten mittlerweile verboten. Die Megacity New York zog 2016 nach.

China

Die noch größere Volkswirtschaft China hat ihren Plastiktüten-Gebrauch längst einheitlich geregelt. Seit 2008 dürfen die Händler in Chinas Supermärkten und Kaufhäusern keine kostenlosen Plastiktüten mehr abgeben. Ganz dünne Plastiktüten sind komplett verboten.  Auf Geschäfte können empfindliche Geldstrafen von umgerechnet 1.370 Euro zukommen.   

Bangladesch

Ebenso dringend wie in China war die Abschaffung von Plastiktüten in Bangladesch. Denn die Tüten verstopften während der Monsun-Zeit die Abwasserkanäle und erhöhten das Überschwemmungsrisiko. Das komplette Verbot gilt bereits seit dem Jahr 2000.

 

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© Foto Artikel: Fred Dott / Greenpeace