#meerrettich
#meerrettich

Müll trennen: warum eigentlich?

In Deutschland gibt es eine strikte Mülltrennung. Doch wieso müssen wir den Müll überhaupt trennen und was passiert damit, nachdem er unsere heimischen Tonnen verlässt? Lou hat bei Franziska Voss von der Berliner Stadtreinigung nachgehakt.  

 

Wieso muss man Müll überhaupt trennen?

Damit möglichst viel Müll verwertet werden kann. So liegen die stofflichen Verwertungsquoten beispielsweise bei Papier und Glas bei über 80 Prozent – das heißt, aus Glas und Papier wird auch wieder Glas und Papier hergestellt. Es gilt also: Je konsequenter Müll getrennt wird, umso besser ist das Recycling.

Wird nicht eh alles zusammengeworfen?

Nein, natürlich nicht. Was getrennt erfasst wurde, bleibt auch getrennt und geht in den jeweiligen Entsorgungsweg.

Was würde passieren, wenn wir unseren Müll nicht mehr trennen?

Dann hätten wir weniger Papier und Glas aus Abfällen und in Berlin könnten wir die Biogasanlage nicht mehr betreiben und deshalb auch nicht mehr 60 Prozent des Berliner Haus- und Biomülls klimaneutral abfahren. Die Sortieranlage für Wertstoffe in Berlin stünde leer und es würden keine Ersatzbrennstoffe oder neue Produkte aus Wertstoffen wie Metall und Kunststoff entstehen.

Wie viel Plastikmüll sammelt sich denn pro Tag an?

Da gibt es kaum belastbaren Zahlen: 2013 waren es in ganz Deutschland 5.679.000 Tonnen Kunststoffabfälle insgesamt, also nicht nur Verpackungen.

Und wie wird der Plastikmüll recycelt?

Mehr als die Hälfte werden zu Ersatzbrennstoff verarbeitet – und dann energetisch verwertet. Der Müll wird also verbrannt und die Hitze zu Energie umgewandelt. Aus rund einem Drittel des Plastikmülls kann man wieder Kunststoff gewinnen. Beispielsweise werden aus alten PET-Flaschen wieder neue Produkte. Erste Hersteller von Reinigungsmitteln verwenden inzwischen zum Beispiel für ihre Produkte Flaschen aus Recyclaten – das sind Stoffe, die aus Verpackungsabfällen hergestellt sind.

Wie wird sichergestellt, dass der Müll nicht von der Sammelstelle durch Wind, Regen oder andere Umwelteinflüsse ins Meer gelangt?

Die Berliner Stadtreinigung sammelt und entsorgt in Berlin Hausmüll und Bioabfall. Beides landet nach der Sammlung in unterschiedlichen Müllbunkern, die mit Rolltoren verschlossen sind, wenn sie nicht gerade beschickt werden, also Lastwagen Müll in den Bunker kippen. Da gelangt nichts durch Regenwasser oder Wind ins Meer.

Über Franziska Voss:

Franziska Voss, 33, ist Abfallberaterin bei der Berliner Stadtreinigung (BSR). Sie informiert private Haushalte, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen über Entsorgungsmöglichkeiten. Die Schwerpunkte liegen in der Abfallvermeidung sowie in der Abfalltrennung und -verwertung. Privat trennt sie zwischen Wertstoffen, Glas, Papier und Bioabfall. Die BSR ist mit über 5.000 Beschäftigten der größte kommunale Entsorger Deutschlands.

Macht mit bei unserem Gewinnspiel!

Wie trennt ihr? Und was würdet ihr nie trennen, weil es einfach zusammengehört? Lasst eurer Kreativität freien Lauf und postet ein passendes Foto oder einen Beitrag mit #meerrettich auf eurem (öffentlichen) Instagram-Profil, bei Twitter oder auf unserer Facebookseite. Was genau ihr bei unserem Gewinnspiel abstauben könnt und wie ihr euren Wunschgewinn auswählen könnt, erfahrt ihr hier. Zu gewinnen gibt es tolle Preise wie eine Reise nach Hamburg inklusive Schlauchbootfahrt und Besichtigung des Greenpeace-Lagers, einen Tauchkurs, ein Solar-Ladegerät und vieles mehr!

© Foto Header: fototheobald / Fotolia.com