#meerrettich
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Wieso lassen wir Müll liegen?

Ob auf dem Spielplatz, in der U-Bahn-Station oder in einer Seitenstraße: Zigarettenschachteln, Kaugummipapier oder leere Flaschen scheint der Boden nahezu magisch anzuziehen. Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal etwas auf den Boden fallen lassen, da stellt sich die Frage: "Wieso eigentlich?"

Eiskalt imitiert

Ob Menschen ihren Müll auf den Boden werfen, hängt vor allem von der Umgebung ab. Sind andere Menschen anwesend und man fühlt sich beobachtet, landet der Müll viel eher ordnungsgemäß im Mülleimer. Haben andere vor einem jedoch auch schon ihren Müll fallen gelassen, ist die Hemmschwelle viel geringer, das selbst auch zu tun. Und wenn gar kein Mülleimer in der Nähe ist, siegt oft die Faulheit und der Müll landet ebenfalls auf dem Boden oder im Gebüsch.

Das Liegenlassen von Müll bezeichnet man im Englischen als "Littering".  Im Deutschen gibt es dafür gar keine Übersetzung. Auffällig und seltsam ist, dass das positive Gegenteil oder besser gesagt die gewünschte Norm, seinen Müll mitzunehmen oder im Mülleimer zu entsorgen, als "Non-Littering" bezeichnet wird. Non-Littering ist also die Verneinung des Normverstoßes. Die Folgen von Littering sind nicht nur ästhetische, sondern auch ökonomische Schäden und Gefahren, wie beispielsweise für die Gesundheit von Tieren und Menschen oder eine erhöhte Brandgefahr durch das Wegwerfen von Zigarettenstummeln.  

Die Eltern sind schuld!

Eine Untersuchung ergab, dass es zusätzlich zur Umgebung (also schmutzig oder nicht, kein Mülleimer in der Nähe) noch biografische Faktoren gibt, die eine Rolle spielen. Eine strenge Erziehung der Eltern führt in den meisten Fällen zu einem "Non-Littering" der Kinder, so eine Studie von Cialdini 1990 in den USA. Wer im Jugendalter schon öfter seinen Müll liegen ließ, hört damit wahrscheinlich auch in seinem späteren Leben nicht auf. Allgemein tendieren Frauen laut dieser Studie  eher zu "Non-Littering" als Männer. 

Müll macht kriminell

Ein weiterer Ansatz ist die "Broken Windows Theory" von den amerikanischen Kriminologen Wilson und Kelling. Sie besagt, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen öffentlicher Unordnung und Kriminalität gibt. Eine niederländische Studie der Universität Groningen lieferte dazu erste Beweise. Die Versuchspersonen zeigten mehr Bereitschaft ihren Müll liegen zu lassen, wenn bereits welcher vorhanden war oder Graffiti an den Wänden zu sehen war. Durch "zerbrochene Fensterscheiben" entstehe der Eindruck mangelnder Kontrolle und die Nichteinhaltung von Normen, wodurch eine Kettenreaktion ausgelöst wird, die sogar zu Diebstählen führen kann.

 

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