Quelle: Pexels/Artem Beliaikin
#MASTERPLAN

Gesünder durch Achtsamkeit?

Leonie, 24 Jahre

#grüblerin #antipastiliebhaberin #naturverbunden

Atme tief ein, spüre, wie die Luft an den Nasenlöchern eintritt und sich langsam deine Bauchdecke hebt. Halte den Atem kurz an und genieße den Moment vollkommener Stille, um kurz darauf wieder mühelos auszuatmen.  

Mit Hilfe dieser kleinen Übung können Körper und Geist innerhalb weniger Minuten zur Ruhe kommen und Stressgefühle reduziert werden. Dies ist eine von unzähligen Möglichkeiten, Achtsamkeit zu praktizieren. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem geheimnisvollen Begriff, der heutzutage in aller Munde ist und doch so ungreifbar erscheint?

 

Auf den Spuren des Buddha…

Achtsamkeit ist eine der zentralen Lehren des Buddhismus und taucht ab dem 19. Jahrhundert als Übersetzung des palischen Wortes (alt-indische Sprache) sati auf. Es beschreibt den Zustand, sich des gegenwärtigen Moments mit allen Sinnen bewusst zu sein, ohne einzugreifen (Schmidt, 2014). Im buddhistischen Kontext zählt die Achtsamkeitspraxis in Form von Meditationen und ethischen Verhaltensnormen zum festen Bestandteil eines umfassenden spirituellen Weges.

 

…zum Gesundheitstrend der heutigen Zeit

Jede*r kennt das Gefühl eines unruhigen Geistes: Man grübelt über Ereignisse in der Vergangenheit (die hitzige Diskussion im Seminar, der sorgenfreie Urlaub vor der Pandemie oder wann man sich zuletzt bei seinen Großeltern gemeldet hat) oder sorgt sich über Zukünftiges (der Ausgang der nächsten Klausurenphase, die Termine, die noch anstehen oder wie viel Geld man diesen Monat noch ausgeben darf).

Quelle: Pexels/Cristian Rojas

Diese ständigen Gedankenreisen, die fast 50 Prozent unserer Zeit füllen (Linz et al., 2021), versperren oftmals die Sicht auf das Wesentliche, das, was jetzt im Augenblick geschieht. Kinder leben meist ganz selbstverständlich im „Jetzt“. Für Erwachsene ist das in unserer digitalisierten und hektischen Gesellschaft oftmals ein fremder Zustand geworden. Durch bewusste Achtsamkeitsübungen kann dieser Zustand jedoch wieder erfahrbar werden.

 

Achtsamkeitsübungen heute sogar von Krankenkassen anerkannt

Das westliche Verständnis der Meditationspraktiken und bestimmte Grundhaltungen fernöstlicher Lehren formte sich unter anderem durch die Entwicklung der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR = mindfulness-based stress reduction) nach Jon Kabat-Zinn im Jahre 1979 (Kabat-Zinn, 2001).

Das MBSR ist ein komplementär-medizinisches Programm, d.h. es ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber ergänzend eingesetzt werden. Allerdings zeigen empirische Untersuchungen, dass MBSR zur Behandlung einer Vielzahl von unterschiedlichen körperlichen und psychischen Störungen erfolgreich eingesetzt werden kann (Ruiz-Fernández et al., 2019). Die MBSR erfolgt als 8-wöchiger Kurs, der unterschiedliche Formen der Achtsamkeitsmeditation sowie Yoga beinhaltet. Als Präventionsmaßnahme wird MBSR heute von vielen Krankenkassen bezuschusst. Es scheint also ein Umdenken im Gesundheitsbereich stattzufinden: Psyche und Körper werden bei einer Behandlung zunehmend ganzheitlich  Quelle: Pexels/ Elly Fairytalebetrachtet, was den Einbezug achtsamkeitsbasierter Praktiken in der gesundheitlichen Aufklärung fördert (Heidenreich, 2006).

Die Zahl wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema „Achtsamkeit“ entwickelte sich über die letzten Jahrzehnte rasant: Vergleichend zum Jahr 2007, in dem gerade mal 69 Artikel mit dem Titel „mindfulness“ veröffentlicht wurden, fanden sich 2017 bereits 692 Arbeiten mit diesem Themenfokus (Kabat-Zinn, 2019, S.13). Darunter gibt es mittlerweile zahlreiche empirische Befunde, welche die positiven Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen bestätigen. Achtsamkeitsbasierte Therapien wurden dabei beispielsweise erfolgreich zur Behandlung bei Ängsten und Depression angewandt (Hofmann et al., 2010).

Quelle: Pexels/Keira Burton

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Wie werde ich achtsam? 

Achtsamkeit beginnt bei den kleinen Augenblicken des Alltags. Es ist nicht mehr und nicht weniger notwendig als die Besinnung auf das, was im Moment erlebt wird – und zwar mit allen Sinnen.

Quelle: Pexels /Gary Barnes

Beim nächsten Abwasch beispielsweise kannst du mal darauf achten, ob du den Schaum knistern hörst oder andere Geräusche wahrnimmst, wie sich deine Hände anfühlen, welche Gerüche dir in die Nase steigen oder ob du vielleicht die Farben des Regenbogens im Spülbecken entdeckst.

Natürlich können auch konkrete Achtsamkeitsübungen, wie eine Meditation, praktiziert werden. Integriert man diese beispielsweise genauso selbstverständlich in den Alltag wie das Zähneputzen, können sich bereits nach ein paar Wochen positive Effekte auf Psyche und Körper einstellen (Schmidt, 2014).

Meditation nach Jon Kabat-Zinn

„Meditation ist aktives Nicht-Tun. […] Die Meditation ist eine Art von Beschäftigung, wenn nicht gar die einzige, bei der es nicht darum geht, etwas zu erreichen oder irgendwohin zu gelangen, sondern darum, vollkommen da zu sein. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes um Da-Sein.“ (Kabat-Zinn, 2001, S. 51 ff.)

Nach dem Lesen dieses Beitrags sollte klar sein, dass diese Zeilen kein umfassendes Verständnis von Achtsamkeit vermitteln. Nur durch eigene Erfahrungen in einem Prozess persönlicher Transformation kann Achtsamkeit gesehen, gehört, gespürt und greifbar werden – in den unterschiedlichsten Facetten. Die Titelfrage lässt sich dementsprechend nur individuell beantworten, wenn auch die Studienergebnisse und Erfahrungen im Gesundheitswesen in der regelmäßigen Praxis mit Achtsamkeit vielversprechende Wirkungen für den Menschen und die Gesellschaft als Ganzes in Aussicht stellen.

Das Verfassen dieses Beitrags wurde für mich zu einer persönlichen Herausforderung. Es offenbarte mir den Konflikt, der sich ergibt, sobald ein lediglich erfahrbares Thema wie das der Achtsamkeit mit einem gewissen Informationsanspruch erklärt werden möchte. Das Tolle an diesem Blogbeitrag ist, dass er keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sollte eure Neugierde an den Vorteilen eines achtsamen Lebens geweckt worden sein, könnt ihr euch beispielsweise mit den hier verwendeten Quellen weiter auseinandersetzen.

 

Du möchtest Achtsamkeit jetzt direkt üben?

…Dann probier doch mal die Bodyscan-Methode aus! Im Folgenden findet ihr eine Anleitung dazu.

Quelle: Pexels/Karolina Grabowska

Hinweis: die Übung lässt sich leichter mit einem Partner/einer Partnerin durchführen. Er/Sie sollte sich die Anleitung vor Beginn der Übung durchlesen, damit Pausen beim Lesen und das Tempo richtig eingehalten werden können. Wenn ihr die Anleitung vorgelesen bekommt, könnt ihr euch ganz auf die Bodyscan-Meditation einlassen.

  1. Leg dich bequem auf deinen Rücken. Dabei ist egal, ob auf dem Boden, dem Teppich oder dem Bett. Hauptsache, du bist ungestört. Schließe deine Augen.
  2. Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, und spüre die Bewegungen deiner Atmung. Richte deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen in deinem Körper. Wo spürst du Berührungen und Druck? An welchen Stellen liegt dein Körper auf dem Boden auf? Lass dich mit jedem Ausatmen etwas tiefer in den Boden sinken.
  3. Erinnere dich daran, worum es bei dieser Aufgabe geht. Es geht einzig und allein darum, verschiedenen Körperteilen deine Aufmerksamkeit zu schenken und dabei aufkommende Gefühle wahrzunehmen. Es muss sonst nichts passieren.
  4. Lenke nun deine Aufmerksamkeit auf deine körperlichen Empfindungen im unteren Bauchraum. Spüre mit jedem Ein- und Ausatmen, wie sich deine Bauchdecke anfühlt. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, dem nachzuspüren, während du weiter ein- und ausatmest.
  5. Nachdem du deinen Bauchraum erspürt hast, lass deine Aufmerksamkeit jetzt dein linkes Bein hinunterwandern, bis zu deinem linken Fuß und den Zehen. Schenke jedem Zeh abwechselnd deine Aufmerksamkeit, und erforsche deine Empfindungen. Vielleicht spürst du den Kontakt zwischen den Zehen, aufkommende Wärme, ein Kitzeln oder gar nichts Besonderes.
  6. Löse mit dem Ausatmen die Aufmerksamkeit von den Zehen und lass sie in deinen gesamten linken Fuß wandern. Erforsche deine Empfindungen im Fußbereich. Im Hintergrund bist du dir deines Atems bewusst.
  7. Lasse den linken Fuß jetzt mit einem tiefen Ein- und Ausatmen los. Deine Aufmerksamkeit wandert jetzt Stück für Stück nach oben. Zuerst in die Wade, dann ins Schienbein, ins Knie, immer nacheinander.
  8. Mit behutsamer und sanfter Aufmerksamkeit erspüre nun auch deine anderen Körperteile. Unten angefangen von den rechten Zehen, zum rechten Fuß, das Bein entlang nach oben, zur Hüftgegend, zum Rücken, zur Bauchgegend. Nimm dir Zeit, und erforsche, was du wahrnimmst. Weiter geht es zur Brust, in die Finger hinein, über die Hände, die Arme entlang, zu den Schultern. Weiter hoch in den Nacken, bis zum Kopf, und schließlich zum Gesicht.
  9. Wenn du Anspannung in einem Bereich spürst, atme in sie hinein, und habe mit dem Ausatmen das Gefühl, sie zu lösen.
  10. Wenn du ab und zu von deinem Körper und deinem Atem abschweifst, ist das normal und in Ordnung. Beobachte, wohin der Geist abgeschweift ist, und lenke deine Aufmerksamkeit dann wieder behutsam auf das jeweilige Körperteil.
  11. Am Ende nimm deinen Körper als Ganzes wahr. Der Atem fließt frei hinein und hinaus.
  12. Die Übung kann auch im Sitzen oder mit offenen Augen durchgeführt werden.

(In Anlehnung an Margraf, J. & Schneider, S. (Hrsg). (2009))

  • Heidenreich, T. & Michalak, J. (Hrsg.). (2006). Sonderheft »Achtsamkeit und Akzeptanz«. Psychotherapie im Dialog, 3.
  • Hofmann, S. G., Sawyer, A. T., Witt, A. A., & Oh, D. (2010). The effect of mindfulness-based therapy on anxiety and depression: A meta-analytic review. Journal of consulting and clinical psychology78(2), 169–183. https://doi.org/10.1037/a0018555
  • Kabat-Zinn, J. (2001). Gesund durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung. München: Barth.
  • Linz, R., Pauly, R., Smallwood, J. et al.Mind-wandering content differentially translates from lab to daily life and relates to subjective stress experience. Psychological Research 85, 649–659 (2021). https://doi.org/10.1007/s00426-019-01275-2
  • Margraf, J. & Schneider, S. (Hrsg). (2009). Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen. Heidelberg: Springer.
  • Ruiz‐Fernández, M. D., Ortíz‐Amo, R., Ortega‐Galán, Á. M., Ibáñez‐Masero, O., Rodríguez‐Salva-dor, M. del M., & Ramos‐Pichardo, J. D. (2019). Mindfulness therapies on health professionals. International Journal of Mental Health Nursing, inm.12652. https://doi.org/10.1111/inm.12652
Quelle: unsplash: Kelly Sikkema
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Wie viel Haltung zeigst du? Teste dein Zivilcourage-Wissen!

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Was bedeutet das Wort Zivilcourage eigentlich genau?

Quelle: pexels: Pixabay
Richtig! Falsch!

Das Wort Zivilcourage kommt ursprünglich aus dem Französischen. „Courage“ bedeutet „Mut“, „civil“ heißt „bürgerlich“. Wörtlich übernommen heißt es also „Bürgermut“ und bedeutet, sich für etwas einzusetzen, auch wenn man dabei selbst etwas riskiert.

Jemand wird belästigt oder angegriffen. Viele Leute beobachten diese Situation, doch niemand unternimmt etwas, weil alle darauf warten, dass jemand anderes den ersten Schritt macht. Wie nennt man diesen Effekt?

Quelle: pexels: Vitaly Vlasov
Richtig! Falsch!

Bystander bedeutet Schaulustige*r oder Beobachter*in. Der Bystander-Effekt tritt oft auf, wenn viele Personen einen Übergriff mitbekommen, jedoch nicht eingreifen und lieber wegschauen. "Irgendwer wird schon etwas sagen oder tun", denken sich die meisten und machen daher nichts.

Bei der Diskriminierung von Minderheiten heißt es ebenfalls Haltung zeigen. Eine Form von Diskriminierung ist Ableismus. Was bedeutet das?

Quelle: pexels: Anete Lusina
Richtig! Falsch!

Ableismus ist das Fachwort für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Bekommst du also mit, wie jemand schlecht über Menschen mit Behinderungen redet, sprich ihn oder sie darauf an und mache der Person bewusst, dass sein/ihr Verhalten verletzend und nicht in Ordnung ist.

Zivilcourage ist wichtig, Selbstschutz geht aber vor. Was kannst du dennoch immer tun, ohne dich dabei in Gefahr zu begeben?

Quelle: unsplash: Elias Arias
Richtig! Falsch!

Keinesfalls solltest du dich leichtsinnig in Gefahr begeben und den/die Held*in spielen! Rufe lieber die Polizei, hilf als Zeug*in, mache andere Menschen auf die Situation aufmerksam oder hilf, soweit es möglich ist, dem Opfer. Sei kein Bystander und schau auch nicht einfach weg! Videos oder Fotos solltest du auf keinen Fall posten, damit machst du dich strafbar. Aber die Aufnahmen können als Beweise helfen.

Ich sehe, wie jemand beleidigt, angegriffen oder bedrängt wird, doch ich mache nichts. Kann das rechtliche Folgen für mich haben?

Quelle: pexels: EKATERINA BOLOVTSOVA
Richtig! Falsch!

Wegschauen kann wegen unterlassener Hilfeleistung nach § 323 StGB strafbar sein. Aber beachte, dass der eigene Schutz immer vorgeht! Gefährliche Situationen sind oft schlecht einzuschätzen, aber die Polizei rufen geht immer!

Du merkst, wie ein*e Freund*in von dir im Internet verbal angegriffen wird. Was kannst du tun?

Quelle: pexels: Jon Tyson
Richtig! Falsch!

Keinesfalls sollte man hier tatenlos zusehen. Das Mindeste was du tun kannst, ist mit Gegenargumenten zu kontern, oder Love- statt Hate-Speech zu verbereiten. In Extremfällen kannst du den oder die Täter*in bei den Plattformbetreibern melden. Ist der Post strafbar, kannst du dies auch zur Anzeige bringen. Biete deinem Freund oder deiner Freundin ein vertrauliches Gespräch oder deine Hilfe an.

Was kannst du vorbeugend tun, um nicht Opfer eines Cyber-Mobbing Angriffs zu werden?

Quelle: pexels: Omkar Patyane
Richtig! Falsch!

Am besten ist es, wenn man möglichst wenig Privates postet und seine persönlichen Daten schützt. Halte am besten auch deine Freund*innen und deine Familie aus deinen (öffentlichen) Beiträgen raus. Denn diese können dich angreifbar machen. In den Privatsphäre-Einstellungen der Plattformen kannst du auch selber festlegen, wer deine Posts sehen darf.

Ein*e Bekannte*r von dir teilt nachweislich Fake News bei Social Media. Wie reagierst du?

Quelle: unsplash: Max Muselmann
Richtig! Falsch!

Den Post der Plattform zu melden ist wichtig. Jedoch kannst du auch in einem netten Gespräch versuchen, deine*n Bekannte*n aufzuklären, damit er oder sie eventuell selbst den geteilten Beitrag löscht. Mit faktenbasierten Argumenten und seriösen Quellen kannst du aufzeigen, dass es sich hier um Fake News handelt.

Eine besonders interessante und brisante Nachricht wird auf meinem Feed angezeigt. Ich bin mir unsicher, ob diese stimmt. Wie gehe ich weiter vor?

Quelle: pexels: Kaboompics .com
Richtig! Falsch!

Leite die Nachricht auf keinen Fall ohne weiteres an deine Freunde! Denn so läuft du die Gefahr, den Fake News nur noch mehr Reichweite zu verschaffen. Überprüfe erst die Quellen und Bilder sorgfältig.

Wie kannst du Personen begegnen, die an Verschwörungsmythen glauben?

Quelle: pexels: Andrea Piacquadio
Richtig! Falsch!

Keinesfalls solltest du dich über ihn oder sie lustig machen. Das verhärtet die Fronten und führt zu gar nichts! Zeige Einfühlungsvermögen, und versuche mit seriösen Quellen und detaillierten Fragen zu bewirken, dass dein Gegenüber seine Denkweisen hinterfragt.

Quiz Zivilcourage
Da ist noch Luft nach oben!
Das war wohl nichts. Du hast dir sicherlich Mühe gegeben, aber um richtig Zivilcourage zeigen zu können, benötigt es mehr als nur Halbwissen. Zum Glück haben wir hier alle nötigen Informationen, die du brauchst, um das nächste Mal besser punkten zu können!
Gar nicht mal so übel!
Du konntest circa die Hälfte der Fragen richtig beantworten und hast somit schon ein brauchbares Wissen zum Thema Zivilcourage. Klicke hier, wenn dir das noch nicht reicht und du dein Wissen ausbauen möchtest!
Du zeigst Haltung!
Wow, du kennst dich definitiv aus! Bei solch wichtigen Themen wie Zivilcourage kann man nicht über genug an Wissen verfügen. Du siehst das auch so? Dann klicke hier und erfahre noch mehr zum Thema.
Quelle: Liam Edwards
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Rassismus, Homophobie etc. – es reicht dann auch mal!

Sandra, 25 Jahre

Quelle: unsplash: Rémi Walle
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Zivilcourage – was ist das eigentlich?

Quelle: privat

Sophia, 28 Jahre

Quelle: pexels: Ramil Ugot
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Zivilcourage kann jeder – wir zeigen dir, wie es geht

Lisa-Maria, 30 Jahre

Quelle: unsplash: Sydney Sims
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Zivilcourage im Internet

Fabian, 19 Jahre

Quelle: pexels: Connor Danylenko
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Gegen Verschwörungstheorien und Fake News

Diane, 22 Jahre

Quelle: www.pexels.com

Wie gesund sind Studierende?

Lena, 26 Jahre

#klimaschutzistgesundheitsschutz #trustinscience #trustyourself

Eine überfüllte Bibliothek, seitenweise abschreiben und auswendig lernen. Rückenschmerzen vom langen Sitzen, die Augen brennen vor lauter Bildschirmzeit. Die Schlange am Kaffeeautomaten wird immer länger und die Wartenden immer ungeduldiger. Irgendwie muss man sich schließlich wach und konzentriert halten mitten in der Prüfungsphase.

 

Alle die studieren, kennen dieses Gefühl. Wer allerdings gerade auf der Suche nach dem passenden Studienplatz ist, macht sich vermutlich noch keine Gedanken über die Herausforderungen, die das Studierendenleben so mit sich bringt. Freiheit und freie Zeiteinteilung schwebt wohl den meisten vor. Und teilweise stimmt das ja auch.

Doch genau diese Freiheit erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation, die viele nach der Schule erst noch lernen müssen. Auf diese Weise wird Freiheit dann schnell mal zu Druck, und Stress oder Versagensängste sind vorprogrammiert. 85% aller Studierenden behaupten, ihre Gesundheit ist ihnen wichtig, aber nur knapp die Hälfte beschreibt ihr Wohlbefinden als gut oder sehr gut. Die Gründe dafür sind vielfältig.

 

Unter die Lupe genommen

Lange hat sich die Gesundheitsforschung dazu nicht mit der Gruppe der Studierenden auseinandergesetzt, sie wurden allgemein als relativ gesund wahrgenommen.

Dabei leben sie meist mit vergleichsweise geringem Einkommen und können dadurch Probleme mit der Wohnsituation haben (Stock & Krämer, 2001). Allein die Finanzierung des Studiums – vor allem bei Studierenden, deren Eltern sie nicht unterstützen können – kann eine große Belastung sein.

Verschiedene Studien belegen, dass unter Studierenden ein erhöhtes emotionales Stresslevel und Schlafstörungen große Probleme darstellen (Schlarb et al., 2017). Auch Depressionen sind nicht selten, sie betreffen ungefähr jede*n Vierte*n. Prüfungen sind die schwerwiegendste Ursache für Stress (TK CampusKompass, 2015).

Natürlich gibt es viele Einflussfaktoren, die sich auf Stresserleben auswirken, unabhängig davon, ob eine Person studiert. Dazu zählen zum Beispiel die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld oder der finanzielle Hintergrund der eigenen Familie (Margraf et al., 2020).

 

Wenn der Körper streikt

Neben den psychischen Herausforderungen ist bei vielen Studierenden auch die körperliche Gesundheit stark beansprucht. Circa die Hälfte hat Kopf-, mindestens ein Drittel Rückenschmerzen, etwa 10% klagen über Tinnitus (Schlarb et al., 2017; TK CampusKompass, 2015). Viele interessieren sich zwar für gesunde Ernährung und wünschen sich das auch von ihrer Mensa, jedoch kennen sich die Wenigsten damit aus, was das eigentlich bedeutet (Thees et al., 2012).

Studentinnen sind von allen Problemen weit häufiger betroffen als Studenten (Bailer et al., 2008). Nach dem CampusKompass der Techniker Krankenkasse von 2015 gilt das sowohl für Erschöpfung und Stress als auch für Kopf- und Rückenschmerzen.

Eventuell macht auch das Studienfach einen Unterschied, wobei Studierende geisteswissenschaftlicher Studiengänge sich kränker fühlen als beispielsweise Studierende der Naturwissenschaften. Das könnte allerdings auch auf den geringeren Frauenanteil zurückgeführt werden (TK CampusKompass, 2015).

 

Covid-19 hinterlässt Spuren

Während der Coronapandemie hat sich das Leben für Studierende stark verändert. Die Unis blieben geschlossen, was sich für viele neben der Lehre auch auf das restliche Leben auswirkte. Gemeinsam in die Mensa oder ins Café gehen fiel weg, jeglicher Kontakt zu Dozierenden fand über Videokonferenzen und Chats statt. Dazu kamen digitale Prüfungen und finanzielle Sorgen. Dass die Belastung dadurch gestiegen ist, erklärt sich von selbst, wie diese Studie zeigt.

Es gibt jedoch immerhin einen Lichtblick: Zumindest scheinen Studierende häufiger Sport zu treiben, als die Durchschnittsbevölkerung. Und der ist bekanntermaßen gut für die Gesundheit (TK CampusKompass, 2015). Vielleicht schaffen es Universitäten und Hochschulen in naher Zukunft, noch bessere Voraussetzungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu schaffen. Wichtige Ansatzpunkte können die Gerichte in der Mensa, das Sportangebot und Veranstaltungen zur psychischen Gesundheit sein – damit kommende Prüfungsphasen vielleicht mit weniger Stress (und weniger Koffeinkonsum) bewältigt werden können.

 

 

 

 

 

Quelle: Unsplash: Markus Spiske
#30Jahrespäter

Fremdenfeindlich? Das ist das falsche Wort.

Quelle: privat

Gesine, 22 Jahre

Die Autorin Katharina Warda ist eine Schwarze Ostdeutsche. Ihre Erfahrungen der Wendezeit kommen in den Geschichtsbüchern nicht vor. Mit ihrem Audioprojekt „Dunkeldeutschland“ gibt sie sich selbst und anderen, denen es ähnlich geht, eine Stimme.

Quelle: Alena Schmick

Du bist in den 1980ern als Tochter einer deutschen Mutter und eines südafrikanischen Vaters geboren und in der Kleinstadt Wernigerode in Ostdeutschland aufgewachsen. Worüber identifizierst du dich?

In meiner Arbeit und meinem Engagement bezeichne ich mich als Person of Color oder als Schwarze Ostdeutsche. Ich bezeichne mich auch als Unterschichtenkind. Einen Großteil meines Lebens wurde ich diskriminiert wegen der finanziellen Situation meiner Familie und der Umgebung, in der ich aufgewachsen bin. Diese Erfahrungen sind bis heute Teil meiner Identität.

Was bedeutet es für dich, ostdeutsch zu sein, welche Erfahrungen verbindest du damit?

Meine Erfahrungen sind stark vom Wendechaos und dem gesellschaftlichen Umbruch geprägt. Einerseits von den Erinnerungen an die Normalität, den Alltag in der DDR, andererseits vom Systemwechsel, dem Chaos und der Perspektivlosigkeit der Wende. Dazu gehören die „Westeuphorie“, aber auch die Arbeitslosigkeit meiner Eltern und die Folgen für meine Familie.

Welche Folgen waren das?

Meine Mutter wurde depressiv, mein Stiefvater war Alkoholiker und brachte sich um. Mich prägen auch Erfahrungen, die meine Familie nicht gemacht hat, ich aber: rechtsextreme Gewalt und ein rassistischer Alltag, aber auch Punkrock, Exzess und Eskalation. Wäre ich woanders aufgewachsen, hätte ich all diese Erfahrungen so nicht gemacht. Daher ist das Ostdeutsche ein wichtiger Teil von mir. Im Alltag wird mir aber das Ostdeutsch- und Deutschsein oft abgesprochen. Bis ich nach Berlin zog, wurde ich häufig von fremden Personen auf der Straße gefragt, wo ich herkomme. Wenn ich sage, aus Wernigerode, wird das nicht akzeptiert. Sie bohren so lange nach, bis eine Information kommt, mit der sie mich als Fremde einteilen können. Obwohl ich genauso ostdeutsch oder deutsch bin wie die Person, die gefragt hat.

Findest du deine Erfahrungen auch in der „kollektiven Erinnerung“ an die Wiedervereinigung und die Nachwendezeit wieder – also vor allem im Rahmen der Aufarbeitung in den Medien?

Wenn man über den Osten spricht, kommen Erfahrungen von Schwarzen und PoC aus dem Osten nicht vor. Dabei gibt es genug PoC, die seit Jahrzehnten über den Osten sprechen und versuchen, vielfältige ostdeutsche Erfahrungen in die Medien zu bringen. Wenn sie gehört werden, werden sie nur als Einzelbeispiele und nicht als „normale“ Ostdeutsche behandelt. Im gesamtdeutschen Zusammenhang ist die ostdeutsche Sichtweise also eine weiße Sichtweise. Das wird so nicht gesagt, aber ganz selbstverständlich angenommen.

Was geht dadurch verloren?

PoC gibt es seit Jahrhunderten in Deutschland. Es gab Schwarze und andere nicht weiße Menschen auch in der DDR, das war und ist keine einheitlich weiße Gesellschaft. Schwarze Ostdeutsche haben genauso ostdeutsche Erfahrungen gemacht wie weiße Ostdeutsche. Zusätzlich erleben sie Rassismus. Typisch ostdeutsche Erfahrungen waren beispielsweise Arbeitslosigkeit und Jobsuche nach der Wende. Schwarze hatten zusätzlich mit rassistischer Diskriminierung bei der Jobsuche zu tun. Das taucht aber in der Erzählung über die Wiedervereinigung nicht auf. Gerade in den 1990ern waren auch rassistische und rechtsextreme Gewalt Riesenthemen und lebensbedrohlich für viele Menschen. Auch ich habe mich ständig in einer möglicherweise lebensgefährlichen Situation gesehen. Nicht nur durch eigene, sondern auch durch Erfahrungen von anderen. Diese Gewalt, die Täter*innen und die Angst vor ihnen gehören zur ostdeutschen Geschichte dazu. Viele Geschichten fehlen da, etwa jüdische und linke Sichtweisen, aber auch und vor allem die Geschichten von Schwarzen und PoC. Es ist ironisch, denn einerseits gilt der Osten als Ort rechter Gewalt, andererseits geht man davon aus, dass der Osten weiß ist. Und da frage ich mich immer: Merkt ihr nicht den Widerspruch? Wie kann denn der Osten ein Ort für rechte Gewalt und Rassismus sein, wenn es angeblich keine PoC gibt? Ein Beispiel dafür ist die ARD-Doku „Wir Ostdeutsche – 30 Jahre im vereinten Land“. Dort wird die Geschichte der Wiedervereinigung durch Erfahrungen von vielen unterschiedlichen Personen erzählt. Aber es sind alles weiße Personen.

Was bedeutet eigentlich weiß, Schwarz und Person of Color?

Mit den Bezeichnungen und Schreibweisen ist es ähnlich wie beim Gendern: Es gibt bislang keine allgemeingültige Lösung. Weiß, Schwarz und PoC wird vor allem von Betroffenen bzw. dann verwendet, wenn es um Rassismus geht.

Person of Color (PoC) ist eine Formulierung, die aus dem Englischen übernommen wurde. Sie ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die von der weißen Mehrheitsbevölkerung als fremd, aber nicht unbedingt als Schwarz wahrgenommen werden. Der Begriff wird also von und für Menschen verwendet, die von Rassismus betroffen sind.

Warum ist hier aber von weißen und Schwarzen Menschen die Rede? Mit weiß ist keine Hautfarbe, sondern eine gesellschaftspolitische Norm und Machtposition gemeint. Der Begriff wird als Gegensatz zu People of Color verwendet. Dabei müssen sich weiße Menschen nicht zwingend selbst als weiß oder privilegiert fühlen.

Auch bei Schwarz handelt es sich nicht um die Beschreibung einer Hautfarbe, sondern um eine politische Selbstbezeichnung. Auch diese Bezeichnung und seine Schreibweise ist aus dem Englischen (Black) übernommen. Es geht also auch hier nicht um eine „biologische“ Eigenschaft, sondern um gesellschaftspolitische Zugehörigkeiten – um das deutlich zu machen, wird die im Deutschen für Adjektive unübliche Großschreibung verwendet.

* Bis heute ist es zum Teil schwierig, die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten im Osten und im Westen zu vergleichen, da diese Zahlen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich erfasst werden. Etwa ab 2001 sind höhere Zahlen in den östlichen Bundesländern wissenschaftlich nachweisbar

In Deutschland werden Schwarze Menschen in den Medien wenig gezeigt und sind auch in der Politik kaum vertreten. Hattest du als Kind Schwarze Vorbilder und eine Community?

Es gab absolut keine Community. Ich hatte auch keine Schwarzen Vorbilder und habe sie bis heute nicht. Als Kind habe ich viel Fernsehen geguckt, aber Schwarze Personen gab es nur im US-amerikanischen Fernsehen. In den 1990ern schauten wir alle die Bill-Cosby-Show, die erstmals eine Schwarze Familie aus der Mittelschicht als Hauptpersonen hatte. Dort Schwarze als normale Menschen zu sehen, fand ich gut, aber ihre Situation war weit weg von mir.

Wieso? Wie sah dein Alltag aus?

Wir waren die typischen Wendeverlierer: Meine Eltern waren Fabrikarbeiter in der DDR, mit der Wiedervereinigung verloren sie ihre Arbeit. Beide kamen überhaupt nicht klar mit den neuen Verhältnissen. Die Probleme, für die ich in der Zeit gern ein Ventil oder Antworten gehabt hätte – Depression, Alkoholismus, Suizid – gab es in der Bill-Cosby-Show nicht. Der Widerspruch zwischen der Show und meiner Familie zeigt, dass Schwarze nicht automatisch die gleichen Erfahrungen machen. Es gab zwar PoC in meiner Stadt, aber ich habe mich nicht automatisch mit ihnen verbunden gefühlt. Erst seitdem ich in der Öffentlichkeit stehe, vernetze ich mich mit PoC aus dem Osten, um mich mit ihnen über Rassismuserfahrungen auszutauschen.

In deinem Projekt „Dunkeldeutschland“ geht es um die persönlichen Erfahrungen verschiedener Menschen aus Wernigerode, deiner Heimatstadt, während der Wiedervereinigung. Warum heißt das Projekt „Dunkeldeutschland“?

Mit dem Wort – als Schimpfwort für DDR und Osten – bin ich aufgewachsen. Angeblich ist es entstanden, weil es in der DDR keine Straßenreklamen gab und dadurch im Gegensatz zum Westen nachts die Straßen dunkel waren. Damit wurde eine wirtschaftliche Rückständigkeit angedeutet. Gerade in der Zeit der Wiedervereinigung hat man sich damit über den Osten lustig gemacht und ihn abgewertet. 2015 verwendete es der damalige Bundespräsident Joachim Gauck, als er zu Recht die rassistische und rechte Gewalt bei den Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte in Heidenau verurteilte. Dabei drückte er eine moralische Rückständigkeit des Ostens aus. Es gibt also ein „dunkles“ Deutschland, das Deutschland der Hetzer*innen, Täter*innen und Anstifter*innen, und dem gegenüber steht ein „helles“ Deutschland des bürgerschaftlichen Engagements. Alles Schlechte in Deutschland kommt scheinbar aus dem Osten, ohne das dann mal genauer zu betrachten oder das Problem zu lösen. Was tatsächlich in Ostdeutschland passiert, wird davon überdeckt. Geschichten der Opfer von rechter Gewalt oder wie die meiner Punkclique und von vielen anderen bleiben dabei „im Dunkeln“ – deshalb erzähle ich sie in meinem Projekt.

Wenn ostdeutsche Personen oder Orte in den Schlagzeilen sind, dann oft wegen rechtsextremer und rassistischer Vorfälle. Woher kommt das einseitige Bild, das viele von Ostdeutschland und Ostdeutschen haben?

Einerseits gab es im Osten meiner Wahrnehmung nach schon vor der Jahrtausendwende mehr Vorfälle*. Andererseits unterscheidet sich die Berichterstattung über die Gewalt. Wird über Fälle von rechter und rassistischer Gewalt in Westdeutschland gesprochen, werden oft einzelne Orte wie Hanau oder Solingen als Beispiele genannt. Geht es um Rechtsextremismus in Ostdeutschland, spricht man eher über „den Osten“. In der gesamtdeutschen Erzählung über den Osten kommen auch wenig andere Themen vor.
Außerdem wird so getan, als betreffen diese Vorfälle die Gesamtgesellschaft nicht. Geht es um rassistische und rechtsextreme Gewalt, wird zwischen „uns Normalen“ und „den Anderen“ unterschieden: Es geht aber nicht um „Fremden“ oder Ausländer*innen, denn auch Deutsche, nämlich Schwarze Deutsche, erleben Rassismus. Die Opfer werden mit der Bezeichnung Fremden- oder Ausländerfeindlichkeit zu „Anderen“ gemacht. „Wir“ als Gesellschaft haben mit beiden Gruppen vorgeblich nichts zu tun Das Fremdmachen sagt den Opfern: Ihr und eure Erfahrungen seid nicht normal. „Wir Normalen“ haben aber auch mit den Tätern nichts zu tun. „Wir“ als Gesellschaft haben kein Rassismusproblem, sondern es gibt nur einzelne Rassist*innen. Durch dieses Wegschieben auf „die Anderen“ wird das Problem Rassismus nicht ernst genug genommen. Stattdessen brauchen wir eine ehrliche und direkte Auseinandersetzung mit diesen Problemen, innerhalb Ostdeutschlands und in ganz Deutschland.

Vielen Dank für das Gespräch!

Katharina Warda (35) ist Autorin mit den Schwerpunktthemen Ostdeutschland, Rassismus, Klassismus und Punk und schreibt eine Doktorarbeit zu Tagebuch-Blogs und marginalisierten Identitäten in Berlin und Princeton, USA. Gerade arbeitet sie an einem kritischen Podcast zum Osten und ihrem Projekt „Dunkeldeutschland“, das über biografische Geschichten ihrer ehemaligen Punk-Clique die Wendezeit ihrer Heimatstadt von den sozialen Rändern aus erzählt.

Quelle: pexels: Pixabay
#abdampfen

Shisha-Mythen: Stimmt’s, stimmt’s nicht?

Lou, 23 Jahre

„Shisha dampfen ist gar nicht so schädlich!“ – richtig oder falsch? Wir haben einige Mythen rund um das Thema Shisha zusammengetragen und klären auf, was wirklich dahintersteckt.

Zum Shisha-Dampfen gibt es viele Mythen. Es heißt zum Beispiel, dass Shishas bzw. Wasserpfeifen ungefährlich sind – die harmlose Alternative zum Rauchen, quasi: Das stimmt schon mal nicht. Filtert Wasser die Schadstoffe aus dem Dampf? Und ist Grillkohle eine Alternative zu Shisha-Kohle? Schauen wir mal…

 

Wichtige Hinweise (auch) wegen Corona:

  • Raucht nur im Freien oder bei offenem Fenster
  • Haltet viel Abstand voneinander
  • Verwendet alle ein eigenes Mundstück (am besten Einwegartikel)

Was ist ein Mythos?

Ein Mythos ist eigentlich eine Geschichte oder auch ein Märchen. Manchmal spricht man aber auch von einem Mythos, wenn viele Menschen an etwas glauben, obwohl das gar nicht stimmt. Schauen wir uns ein paar Shisha-Mythen mal genaer an.

Mythos 1: Das Wasser in der Shisha filtert die Giftstoffe

In Shisha-Dampf sind mindestens 82 Schadstoffe enthalten. Das Wasser filtert diese aber nicht heraus, es kühlt den Rauch nur. Das macht das Einatmen des Dampfes (Inhalieren) einfacher. Deshalb kommen die giftigen Stoffe sogar noch tiefer in die Lunge rein. Das ist sehr gefährlich.

Wenn man die Bowl der Shisha genau beobachtet, sieht man den Dampf, der beim Inhalieren in kleine Bläschen eingeschlossen wird. Er vermischt sich also gar nicht mit dem Wasser. Deswegen kann das Wasser den Shisha-Dampf gar nicht reinigen. Genauere Informationen zur Funktionsweise einer Shisha findet ihr hier.

Filtert das Wasser in der Shisha also die Giftstoffe? Nein.

Mythos 2: Es besteht keine Suchtgefahr durch Shisha-Dampfen

Shishas werden meistens mit Shisha-Tabak geraucht und dieser enthält – genau wie Zigarettentabak – Nikotin. Nikotin kann bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Deswegen zeigen sich auch bei einer ungewohnt langen Pause vom Shisha-Rauchen Entzugserscheinungen: Man kann sich zum Beispiel nicht mehr so gut konzentrieren (denken oder lernen), man ist müde und schlapp, man kriegt starken Hunger oder man ist traurig. Manche regen sich auch viel schneller über irgendetwas auf.

Je häufiger, länger und tiefer Shisha-Dampf inhaliert wird, umso größer ist auch die Gefahr, davon abhängig zu werden – das heißt aber auch, dass schon bei unregelmäßigem Shisha-Konsum eine Suchtgefahr besteht. Shiazo-Steine als Alternative zu nikotinhaltigem Tabak können zumindest die Gefahr der Abhängigkeit beseitigen – gesund ist das Shisha-Dampfen deshalb aber auch nicht.

Besteht beim Shisha-Dampfen also Suchtgefahr? Ja!

Mythos 3: Shisha und Wasserpfeifen sind weniger schädlich als Zigaretten

Dieser Mythos entsteht vor allem, da beim Shisha-Rauchen anders als beim Zigaretten-Rauchen der Dampf süß-fruchtig und erfrischend riecht und schmeckt. Shisha-Rauchen ist in vielen Kulturen eine Tradition und auch in der Hip-Hop-Szene zuhause. So verkaufen Rapper wie Haftbefehl, 187 Straßenbande und KC Rebell eigene Shisha-Tabaksorten. Dadurch, dass viele diese Rapper bewundern, rücken die Risiken des Shisha-Dampfens oftmals in den Hintergrund. Deshalb ein paar harte Fakten:

Eine ganze Shisha zu rauchen entspricht, der Nikotinmenge von zehn Zigaretten. Die dabei eingeatmete Menge an Rauch ist sogar vergleichbar mit 100 Zigaretten, da beim Shisha-Konsum mit einem Zug mehr Rauch eingeatmet wird.

Die Schadstoffe reizen die Atemwege und können sogar krebserregend sein. Außerdem ist die Menge an Kohlenmonoxid einer Shisha-Sitzung mit acht bis zehn Zigaretten zu vergleichen. Wenn sich zu viel Kohlenmonoxid in einem geschlossenen Raum ansammelt, droht eine Vergiftung.

Last but not least: Durch das Verbrennen von Tabak entsteht Teer, der die Atemwege verklebt. Dabei ist die Menge an Teer im Shisha-Rauch 25-mal so hoch wie in einer Zigarette. Wenn ihr Genaueres zu den Gesundheitsgefahren wissen wollt, könnt ihr euch auch gerne unsere interaktive Infostory zu dem Thema anschauen.

Ist Shisha weniger schädlich als Zigaretten? Nein!

Mythos 4: Jede Art von Kohle ist für das Rauchen von Shishas geeignet

Brenn- und Grillkohle sollten auf keinen Fall für das Rauchen einer Shisha verwendet werden, da die hochgiftigen Inhaltsstoffe lebensgefährlich sein können. Zudem entwickelt Holzkohle einen unangenehmen Geschmack, der stärker als das fruchtige Aroma des Shisha-Tabaks ist. Für das Shisha-Dampfen sollten deswegen nur selbstzündende Kohle und Naturkohle verwendet werden. Naturkohle ist frei von künstlichen Zusatzstoffen und hat keinen Eigengeschmack. Außerdem brennt sie auch länger als selbstzündende Kohle. Allerdings lässt sich die Naturkohle nur mit einem Kohleanzünder oder einem Gaskocher anzünden.

Kohle, die zum Shisha-Rauchen geeignet ist, wird meistens im selben Laden wie der Shisha-Tabak verkauft. Wenn ihr unsicher seid, könnt ihr die Verkäufer*innen um Rat bitten. Aber passt auf, das Verbrennen von Kohle führt immer zur Entstehung des giftigen Kohlenmonoxids. Vergesst das Lüften also nicht oder raucht die Shisha an der frischen Luft. Besonders clever ist es, eine E-Shisha zu nehmen, um die Entstehung von Kohlenmonoxid ganz zu vermeiden.

Ist Grillkohle zum Shisha-Dampfen geeignet? Nein!

Mythos 5: Shishas werden nur für den Konsum von Tabak verwendet

Wie oben schon erwähnt, gibt es auch nikotinfreie Alternativen zum Shisha-Tabak: Shiazo-Steine oder Frucht-/Kräutermischungen. Diese sind zwar weniger schädlich als der nikotinhaltige Shisha-Tabak, aber keineswegs ungefährlich. Denn auch beim Rauchen dieser Alternativen findet ein Verbrennungsprozess statt, der gesundheitsschädliche Substanzen freisetzt, wovon viele krebserregend sein können.

Die berauschende Wirkung von anderen Drogen wie beispielsweise Cannabis (Haschisch im Kopf der Shisha) und Alkohol (in der Shisha-Bowl) können durch das Rauchen mit einer Shisha verstärkt werden. Das ist auf jeden Fall keine gute Idee, da die Dosierung nicht mehr eindeutig ist und die berauschenden Effekte nur noch schwer bis gar nicht einzuschätzen sind. Die Folge: Es droht kompletter Kontrollverlust, welcher im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich sein kann.

Werden Shishas also nur für den Konsum von Tabak verwendet? Nein, es gibt nikotinfreie Alternativen!!

!!Andere Drogen wie Cannabis oder Alkohol haben aber in der Shisha nix zu suchen!!

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