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#MASTERPLAN

Studium, Studieren, Stillen?

Quelle: Marie-Kristin Baumann

Marie-Kristin, 27 Jahre

#kaffeetrinkerin #kinderkrankenschwester #foodlover

Rund um Anfang Oktober finden in Deutschland immer zwei Dinge statt: Zum einen der Start in ein neues Semester, zum anderen findet in der 40. Kalenderwoche (4.10.-10.10.2021) jedes Jahr in Deutschland die Weltstillwoche statt. Eine schöne Parallele: Für Studierende ist ein neues Semester immer auch ein neuer Abschnitt. Man ist oft erholt, hat wieder mehr Motivation fürs Studium – man startet neu durch, mit neuen Vorsätzen und neuer Kraft. Für die ganz Kleinen beginnt ab der Geburt auch ein neues Kapitel, der allererste Lebensabschnitt ex utero. Stillen spielt für die Neugeborenen eine sehr große Rolle, und natürlich genauso für die frisch gebackenen Eltern.

Was haben aber Studierende mit der Weltstillwoche zu tun? Das lest ihr in diesem Artikel…

 

In Zahlen: Wie Deutschland stillt

Quelle: Pexels/RODNAE ProductionsIn Deutschland werden jedes Jahr circa 800.000 Babys zur Welt gebracht. Bevor die Kinder zur Welt kommen, haben die meisten werdenden Mütter (90%) die Absicht, ihr Kind zu stillen. 87% der Frauen beginnen dann tatsächlich damit. Die Dauer, wie lange ein Kind dann gestillt wird, variiert jedoch und nimmt mit zunehmendem Alter des Kindes immer mehr ab. Bis zum vollendeten vierten Monat stillen nur noch 40% der Mütter voll, und bis zum Ende des sechsten Monats sogar nur noch 13%. Dabei liegt die Empfehlung der WHO bei sechs Monaten ausschließlichen Stillens; die Handlungsempfehlung in Deutschland greift das auf, und empfiehlt ausschließliches Stillen bis zu 6 Monaten, mindestens jedoch volle vier Monate [1].

 

Das hat auch einen guten Grund: Gesundheit für Zwei

Quelle: Pexels/Karolina GrabowskaDie Wissenschaft ist sich einig, Stillen gilt als optimale erste Ernährungsform für Säuglinge, was gleichzeitig mit deutlichen gesundheitlichen Vorteilen einhergeht [1]. Gestillte Kinder sterben seltener am „plötzlichen Kindstod“, erkranken innerhalb der ersten Lebensjahre weniger an Durchfall- und Atemwegserkrankungen, sowie Mittelohrentzündungen. Außerdem haben sie ein geringeres Risiko, später einmal Adipositas und Diabetes Typ 2 zu entwickeln [1; vgl. auch 5;6]

Es profitiert jedoch nicht nur das Kind vom Stillen, sondern auch die Mutter. In der ersten Zeit nach der Geburt hilft das Stillen (durch Hormonausschüttung) dabei, dass sich der Uterus zügig zurückbildet. Genau wie das Baby hat auch die Mutter durch das Stillen ein geringeres Risiko, einmal an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Stillen mit einem geringeren Risiko für Eierstockkrebs und Brustkrebs einhergeht.

Nicht zuletzt ist das Stillen eine gute Möglichkeit, die Bindung zwischen Mutter und Kind aufzubauen und zu stärken. Generell ist das Stillen und damit der Kontakt zur Mutter und umgekehrt von großer Bedeutung für die psychologische und kognitive Entwicklung des Kindes.

Quelle: Pexels/Sarah Chai

Aus weiteren Gründen bleibt das Stillen als erste Ernährungsform unschlagbar: Es ist kostenlos, die Mutter hat die Nahrung immer dabei, sie ist stets wohl temperiert und hygienisch einwandfrei [3].

Bei all diesen Vorteilen bleibt nun die Frage: Aus welchen Gründen stillen nicht mehr Mütter für den empfohlenen Zeitraum?

 

Eine Nationale Strategie muss her

Diesen Zustand hat auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wahrgenommen, und förderte von 2017 bis 2019 das internationale Forschungsvorhaben „Becoming Breastfeeding Friendly“ (BBF). Dadurch wurde die Notwendigkeit für eine Nationale Strategie zur Stillförderung offengelegt. In einem zweiten Schritt wurde dann das Max-Rubner-Institut für Kinderernährung damit beauftragt, einen partizipativen Prozess zur Entwicklung von Maßnahmen zu leiten. Mehr als 150 Akteure und Akteurinnen des Fachgebiets bildeten Arbeitsgruppen, um Maßnahmen zur Stillförderung und für die Entwicklung eines stillfreundlichen Deutschlands abzuleiten. Aufbauend auf den Ergebnissen wurde die Nationale Strategie zur Stillförderung formuliert.

 

Stillen geht alle was an – aber was?

„Inwiefern ist das für junge Studierende relevant?“, könnte man sich fragen. Immerhin haben nur rund 6 Prozent aller Studierenden mindestens ein Kind [2]. Auf die Frage nach der Relevanz gibt es einige Antworten. Die Nationale Strategie hält mehrere Faktoren fest, die sich essenziell auf die Stillförderung auswirken. Das sind unter anderem auf der sozialen Ebene „Gesellschaftliche Akzeptanz“ und „Beruf und Arbeitsplatz“, und auf der strukturellen Ebene „Information und Bildung“.

Quelle: Pexels/William Fortunato

Die Relevanz für Studierende erklärt sich daher so: Die Universität oder die Hochschule bildet somit einen Arbeits- und Ausbildungsplatz für Mitarbeiter*innen und Student*innen. Wenn also ein*e Mitarbeiter*in oder Student*in ein Kind bekommt, ist die Universität der Ort, an dem sie viel Zeit verbringt, und dort auch ihr Kind stillen können sollte. Das gilt insbesondere für die Student*innen, die das Stillen in den Unialltag wie Vorlesungen, Seminare und Nebenjobs integrieren müssen.

Zum anderen ist der Ort des Lernens eine Lebenswelt, wie das fünfte Sozialgesetzbuch es in Paragraph 20a, Abschnitt 1 definiert:

„Lebenswelten […] sind für die Gesundheit bedeutsame, abgrenzbare soziale Systeme insbesondere des Wohnens, des Lernens, des Studierens, der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie der Freizeitgestaltung einschließlich des Sports.“

Quelle: Pexels/RODNAE ProductionsWo wir leben, da ist Gesellschaft. Nur wo Gesellschaft ist, kann auch gesellschaftliche Akzeptanz entstehen und gefördert werden. In der Schlussfolge ist die Universität oder die Hochschule ein wichtiger Ort, um die gesellschaftliche Akzeptanz des Stillens unter Studierenden, aber auch unter Mitarbeitenden zu fördern.

Während viele Universitäten und Hochschulen mittlerweile Beratungsstellen oder -angebote für werdende Eltern bzw. Studierende mit Kind anbieten (Familienservice, Gleichstellungsbeauftragte etc.), ist beispielweise die Universität Passau noch einen Schritt weitergegangen. Sie wurde von pro familia Niederbayern e. V. als stillfreundlicher Ort ausgezeichnet.

Was macht stillfreundliche Orte aus?

Zu den Kriterien für eine entsprechende Zertifizierung gehören u.a.:

  • barrierefreie Zugänglichkeit der Orte (besonders für Kinderwägen)
  • Sitzmöglichkeiten zum Stillen
  • frei zugängliche Toiletten mit Wickeltischen
  • kostenfreie Möglichkeiten für Stillende, Trinken zu erhalten.
  • Unterstützung und Hilfe, wenn ablehnendes Verhalten erfahren wird [4].

Zum Schluss…

Stillen oder nicht stillen geht nicht nur Studierende mit Kind etwas an. (Mit-)Studierende (ohne Kinder) und Angestellte können maßgeblich zur Gestaltung der Atmosphäre am Lern- und Lebensort Hochschule/Universität beitragen.  Natürlich gibt es so viel mehr Faktoren, die die Wahl der Säuglingsernährung beeinflussen. Durch die Vorteile des Stillens, die in diesem Artikel genannt werden, sollen auch keine Menschen diskriminiert oder verurteilt werden, welche sich dazu entscheiden, nicht zu stillen oder schlichtweg keine Wahl haben. Die Gründe sind oft komplex, und wir wollen nichts pauschalisieren.

Dieser Artikel plädiert vielmehr für eine zugewandte Akzeptanz. Genauso wie das Trinken mit dem Milch-Fläschchen in der Öffentlichkeit toleriert und akzeptiert wird, sollte auch das natürliche Stillen individuell und kollektiv akzeptiert und gefördert werden.

[1] https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/nationale-stillstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=3 zuletzt abgerufen am 04.08.2021

[2] Middendorff, E., Apolinarski, B., Becker, K., Bornkessel, P., Brandt, T., Heißenberg, S. & Poskowsky, J. (2017). Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016. Zusammenfassung zur 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks – durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). (http://www.sozialerhebung.de/download/21/Soz21_zusammenfassung.pdf) zuletzt abgerufen am 04.08.2021

[3] https://www.profamilia-niederbayern.de/prostillen zuletzt abgerufen am 04.08.2021

[4] https://www.uni-passau.de/diversity-gleichstellung/aktuelles/meldung/detail/universitaet-passau-ist-stillfreundlicher-ort/ zuletzt abgerufen am 04.08.2021

[5] https://www.publish.csiro.au/nb/pdf/NB05011 zuletzt abgerufen am 04.08.2021

[6] https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0038-1657766.pdf zuletzt abgerufen am 04.08.2021

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#wächstwieder
Was wächst denn da?

Und wozu?

Bambus

In Asien schon uralte Tradition, in unseren Breiten nun allmählich auf dem Vormarsch – der Bambus. Diese schnell wachsende Pflanze ist vielseitig einsetzbar, ob ganz traditionell als Baustoff oder in Kleidungsstücken, es gibt viele Optionen. Hier siehst du, wozu dieses Gras (!) fähig ist!

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Baustoff

In vielen Teilen Asien ist es uralte Tradition, Bambus als Baustoff für Häuser, Boote, Möbel und vieles mehr zu nutzen. So allmählich kommt das Material auch in den westlichen Ländern an zum Beispiel als Parkettboden oder im Möbelbau, denn der Rohstoffe bringt große Vorteile mit sich. Er wächst nicht nur rasend schnell nach, er ist auch leicht und flexibel. Vor Feuchtigkeit-, Pilz- und Insektenbefall muss Bambus jedoch geschützt werden.

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Textilien

Es gibt Bambussorten, die am Tag einen Meter wachsen. Daher ist dieser Rohstoff günstig und nachhaltig , wenn man auf den richtigen Anbau und Transport setzt. Textilien aus Bambus sind sehr atmungsaktiv, schnell trocknend und daher gut geeignet für die Produktion von Socken oder Unterwäsche. Zirka 90 Prozent der Textilien aus Bambusfasern sind jedoch in Wirklichkeit aus Bambuszellulose gewonnenen Chemiefasern – die Bambusviskose. Diese Fasern schmücken sich mit dem Begriff „umweltfreundlich“ und „nachhaltig“, sind es aber wegen ihrer problematischen Herstellung meist nicht. Wer dennoch nachhaltige Bambustextilien kaufen will, sollte darauf achten, dass diese aus mechanisch hergestelltem Bambusleinen und nicht aus Bambusviskose gemacht sind.

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Kosmetik

Aus Bambus können so genannte Flavonoide gewonnen werden. Das sind Pflanzenstoffe, die in nahezu allen Nahrungspflanzen vorkommen. Sie werden wegen ihrer Vitamine und Mineralstoffe häufig in Kosmetikprodukten wie in Anti-Falten- oder Sonnencremes genutzt. Flavonoide wirken zum Beispiel zellschützend, antimikrobiell und lindern Entzündungen.

Mais

Vom Teller bis in den Tank: Mais ist super vielseitig. Hier erfährst du, wo dir die Pflanze überall begegnet, aber auch welche Probleme damit verbunden sein können.

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Kunststoff-Ersatz

Von Mülltüten über Tragetaschen und Verpackungen für Lebensmittel bis hin zu kompostierbarem Einweg-Geschirr: Das alles gibt es als umweltschonende Variante bereits aus Mais! Bei der Herstellung des kurzlebigen Einweg-Materials wird die Maisstärke in einen vielseitig verwendbaren Kunststoff umgewandelt – der im Unterschied zu normalem Plastik kompostierbar ist. Damit der Mais-Kunststoff auch nachhaltig ist, müsste er zum Bweispiel auf Festivals aber auch getrennt gesammelt werden und dürfte nicht im Restmüll landen. Das ist leider nur selten der Fall.

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Kraftstoff

Neben Raps und Zuckerrüben ist Mais einer der wichtigsten heimischen Rohstoffe für die Produktion von Biotreibstoff. Damit sind Mais und Co. nicht mehr nur Nahrungs- und Futtermittel: Ein Drittel des Mais, der in den USA angebaut wird, landet nicht auf dem Teller oder im Tierfutter, sondern im Tank. Auch in Deutschland wird dem Kraftstoff zwischen fünf und 10 Prozent Bio-Treibstoff beigemischt – der aus Mais hergestellt sein kann. Das ist jedoch nicht ganz unumstritten, da in einigen Ländern der Mais als Grundnahrungsmittel dient. Weil mehr Bio-Treibstoff im Tank landet, ist auch die Nachfrage nach Mais enorm gewachsen und der Preis damit gestiegen – Menschen müssen also auch mehr Geld für Lebensmittel aus Mais ausgeben, was gerade in ärmeren Ländern ein Problem ist.

Quelle: Pexels/Karolina Grabowska

Textilien

Mais hält auch Einzug in die Modebranche – man findet bereits einige Klamotten auf dem Markt, die auf der Pflanze basieren. Mithilfe chemischer Verfahren wird aus den Maiskolben Garn gemacht und daraus wiederum die Textilien. Besonders gut eignet sich der Garn für T-Shirts und Pullover. Aber auch Zurrgurte, Gardinen und Vliessstoffe werden bereits daraus hergestellt. Dabei dient Mais als guter Ersatz für das erdölbasierte Polyester. Für den Anbau des Rohmaterials für ein Kilo Mais-Garn wird außerdem viel weniger Wasser benötigt als für die gleiche Menge Baumwolle.

Hanf

Wenn du jetzt dachtest, der einzige Vorteil von Hanf ist der Joint, den man daraus drehen kann – dann täuschst du dich gewaltig! Hanf hat viele Verwendungsmöglichkeiten, die die meisten gar nicht auf dem Schirm haben:

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Säcke, Netze und Seile

Bereits 4000 v. Chr. stellte man in China aus der Hanfpflanze feste Seile, Taue, Textilien und auch das erste Papier her. Auch heute eignen sich die Kurzfasern dieses nachwachsenden Rohstoffs noch immer super zur Herstellung von Säcken, Seilen, Geotextilien und Netzen. Die Industrie setzt jedoch viel lieber auf Plastik. Und warum? Natürlich, es ist billiger. Aber verdreckt auch gleichzeitig unsere Natur und die Weltmeere enorm. Ist das nicht Grund genug, sich endlich wieder auf Hanf zu besinnen und unsere Umwelt zu schonen?

Quelle: Pexels/Tara Winstead

Kosmetik

Zur äußerlichen Anwendung ist Hanföl gut geeignet, weswegen nun immer mehr Kosmetikprodukte mit der Zutat Hanf werben. Die Pflanze versorgt die Haut mit Fetten, Mineralstoffen und Vitaminen. Aber Achtung! Die meisten Unternehmen nutzen Hanf auch als Marketing-Trick, um besonders nachhaltig und umweltbewusst rüber zu kommen. Sowas nennt man Greenwashing. Achte am besten bei den Produkten darauf, dass das Öl mindestens an dritter Stelle der Inhaltsstoffe szu finden ist: Je weiter vorn ein Inhaltsstoff steht, um so größer ist dessen Anteil im Produkt.

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Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente

Gerade besonders oft in Drogerie und Co. zu sehen: CBD-Öl. Dieses Öl fällt unter die Nahrungsergänzungsmittel und hat keine psychoaktive Wirkung, da das berauschende THC der Hanfpflanze hier nicht enthalten ist. Das Öl soll entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend wirken. Man kann es ohne Rezept erwerben und zum Beispiel bei Einschlafstörungen nutzen. Hanf wird außerdem chronisch kranken Patienten auch als Medikament verschrieben. In diesem Fall ist aber THC drin und das kann die Schmerzen im Nervensystem lindern, wie sie zum Beispiel nach Strahlentherapien von Krebspatienten auftreten.

Flachs/Lein

Flachs ist vielen Leuten auch als als Lein bekannt. Er ist mit seinen schönen blauen Blüten nicht nur toll anzusehen, sondern auch ein wunderbares Material. Man kann ihn für die verschiedensten Dinge verwenden:

Quelle: Pexels/Pixabay

Dämmstoff

Flachs kann verwendet werden um Häuser zu dämmen. Es ist ein nachhaltiger und natürlicher Rohstoff, im Gegensatz zu anderen Dämmmaterialien wie Steinwolle oder Styropor. Dämmstoffe aus Flachs schützen in der warmen Sommerzeit gut vor Hitze und im Winter vor Kälte. Außerdem können sie auch Feuchtigkeit aufnehmen. Flachs zeichnet sich durch seine Formbeständigkeit aus, beim Verbauen des Stoffes schrumpft er deswegen nicht. Auch für die Gesundheit ist Dämmung aus Flachs unbedenklich. Dazu kommt, dass Flachs natürliche Bitterstoffe besitzt, welche ihn resistent machen gegenüber Schädlingsbefall.

Quelle: Pexels/cottonbro

Bettwäsche

Ursprünglich wurde Flachs sehr häufig für die Produktion von verschiedenen Textilien verwendet. Und noch heute ist jedem die Leinenbettwäsche ein Begriff. Für die Herstellung von Leinenstoff werden Flachsfasern verwendet. Auch als Bezug für Bücher, für Klamotten oder als Dekorationsstoff eignet sich Leinen. Im Gegensatz zu Baumwolle ist Leinen strapazierfähiger und stabiler, das macht den Stoff langlebig. Außerdem ist er auch schmutzabweisend und antibakteriell, Baumwolle kann das nicht von sich behaupten. Flachs ist im Anbau relativ anspruchslos, man braucht dafür weniger Dünger und Pestizide. Vor allem aber benötigt er deutlich weniger Wasser als Baumwolle. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind deshalb geringer.

Quelle: Pexels/JESHOOTS.com

Material für Autos

Da Flachsfasern sich durch große Festigkeit auszeichnen, lassen sich daraus sogar Materialien für Autos produzieren. Verwendet werden die Fasern für Teile der Innenausstattung und sogar für die Karosserie. Momentan sind solche Autos noch in der Erprobungsphase. Da Flachs viel leichter als Blech ist, wiegen diese Fahrzeuge viel weniger, wodurch sie auch weniger Kraftstoff (oder Elektroenergie) verbrauchen. Die Composit-Materialien aus Flachs können außerdem auch  vollständig recycelt werden.

Kork

Kork ist ein sehr bekannter Rohstoff, aber wusstest du, wo er herkommt? Richtig, er besteht aus der Rinde der Korkeiche. Wenn man an Kork denkt, dann denkt man vor allen Dingen an den Verschluss von Weinflaschen. Aber Kork kann noch viel mehr als nur Flaschen verschließen oder als Pinnwand an der Wand hängen. Finde hier heraus, welche Anwendungen Kork noch haben kann:

Quelle: Pexel/Eva Elijas Eva Elijas

Als Bodenbelag

Kork eignet sich hervorragend als Bodenbelag. Ein Boden aus diesem Material ist sehr pflegeleicht und hält dazu auch noch viel aus. Kork hat außerdem einen natürliches Wärmereflexionsvermögen und ist dadurch perfekt geeignet für diejenigen unter uns, die gerne barfuß ihren Alltag verbringen. Auch für Haustiere ist Kork kein Problem, Hund und Katze können mit ihren Krallen dem Boden nichts antun und Schlamm, den die Tiere mitbringen, kann man ganz einfach entfernen. Auch die Geräusche der Tiere beim Laufen werden durch den Bodenbelag abgedämpft.

Quelle: Pexels/Leo Zhao

Für den Sport

Auch in der Freizeit bei Spiel und Sport ist Kork der Renner. Viele verschiedene Ballarten, wie zum Beispiel Baseball-Bälle und Badminton-Bälle bestehen teilweise aus Kork. Auch Dartscheiben und die Griffe von Golfschlägern oder Angelruten werden oft aus diesem wunderbaren Rohstoff hergestellt. In diesem Falle weniger wegen der Optik, sondern weil er rutschfest und haltbar ist. Auch Nässe macht dem Material nicht viel aus.

Quelle: FNR

Dämmstoff

Kork erweist sich auch als guter Dämmstoff. Sowohl für Schalldämmung als auch für Wärmedämmung ist der Stoff geeignet. Konkret bedeutet das, dass Kork zum Beispiel im Dach als Aufdachdämmung oder als Zwischendämmung eingesetzt wird. Die Backkork-Platten, die verwendet werden, lassen sich gut verarbeiten, denn sie sind leicht und weich. Die Vorteile gegenüber anderen Dämmstoffen liegen in der hohen Druckbelastbarkeit und Beständigkeit, außerdem nimmt Kork kaum Feuchtigkeit auf.

Baumharz

Man kennt es: Man macht einen Spaziergang im Wald, muss sich nur kurz die Schuhe zubinden, zum Abstützen benutzt man einen Baum und plötzlich ist die ganze Hand unfassbar klebrig. Der Verursacher dieser Klebrigkeit ist wohl in den meisten Fällen Baumharz. Aber natürliches Harz ist nicht nur dafür da, unsere Hände zu verkleben sondern kann sehr viel sinnvoller eingesetzt werden:

Quelle: Pexels/Karolina Grabowska

Naturheilmittel

Schon seit langer Zeit wird Baumharz als Naturheilmittel verwendet. Es wirkt desinfizierend und ist damit perfekt für die Heilung von Wunden geeignet. Geeignet sind vor allem die Harze von verschiedenen Nadelbäumen. Das können zum Beispiel Lärchen, Tannen, Fichten und Waldkiefern sein. Baumharz kann dabei helfen, Entzündungen vorzubeugen, Hautprobleme zu linden oder Gelenk- und Muskelschmerzen zu behandeln. Eine Salbe aus Baumharz kann man sogar selbst herstellen! Aber Vorsicht, in den Harzen sind viele ätherische Öle enthalten. Diese Öle können zu allergischen Hautreaktionen führen. Deswegen immer aufpassen bei der Herstellung und Verwendung von selbstgemachten Salben.

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Zum Räuchern

Baumharze sind auch zum Räuchern der absolute Hit. Besonders Myrrhe und Weihrauch wurden schon in der Antike verwendet und waren damals auch außerordentlich teuer. Wegen der großen Nachfrage nach Weihrauch sind die dafür verwendeten Baumbestände heute allerdings teilweise von Raubbau betroffen. Deswegen sollte man besser Harze von einheimischen Bäumen zum Räuchern verwenden. Fichte, Kiefer, Tannen und Lärche eignen sich dafür besonders gut. Sollte man das Harz selbst sammeln, muss man aber immer darauf achten, die Rinde des Baumes nicht zu verletzen.

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Industrielle Anwendung

Baumharz besteht größtenteils aus Kolophonium und Terpentin. Diese Stoffe findet man in den verschiedensten Produkten. Terpentin wird vor allem in Form von Terpentinöl verwendet, es kommt in Ölfarben, Lacken und Harzfirnissen vor. Beliebt ist es auch als Reinigungsmittel. Kolophonium ist bekannt für die Pflege von Geigenbögen, denn nur einkolophonierte Bögen erzeugen einen vernünftigen Ton. Auch im Reifenbau oder bei der der Herstellung von Kleber oder Kunststoffen können aus Baumharz gewonnene Substanzen verwendet werden. Ein richtiger Allrounder!

Quelle: Pexels/Artem Beliaikin
#MASTERPLAN

Gesünder durch Achtsamkeit?

Leonie, 24 Jahre

#grüblerin #antipastiliebhaberin #naturverbunden

Atme tief ein, spüre, wie die Luft an den Nasenlöchern eintritt und sich langsam deine Bauchdecke hebt. Halte den Atem kurz an und genieße den Moment vollkommener Stille, um kurz darauf wieder mühelos auszuatmen.  

Mit Hilfe dieser kleinen Übung können Körper und Geist innerhalb weniger Minuten zur Ruhe kommen und Stressgefühle reduziert werden. Dies ist eine von unzähligen Möglichkeiten, Achtsamkeit zu praktizieren. Doch was genau steckt eigentlich hinter diesem geheimnisvollen Begriff, der heutzutage in aller Munde ist und doch so ungreifbar erscheint?

 

Auf den Spuren des Buddha…

Achtsamkeit ist eine der zentralen Lehren des Buddhismus und taucht ab dem 19. Jahrhundert als Übersetzung des palischen Wortes (alt-indische Sprache) sati auf. Es beschreibt den Zustand, sich des gegenwärtigen Moments mit allen Sinnen bewusst zu sein, ohne einzugreifen (Schmidt, 2014). Im buddhistischen Kontext zählt die Achtsamkeitspraxis in Form von Meditationen und ethischen Verhaltensnormen zum festen Bestandteil eines umfassenden spirituellen Weges.

 

…zum Gesundheitstrend der heutigen Zeit

Jede*r kennt das Gefühl eines unruhigen Geistes: Man grübelt über Ereignisse in der Vergangenheit (die hitzige Diskussion im Seminar, der sorgenfreie Urlaub vor der Pandemie oder wann man sich zuletzt bei seinen Großeltern gemeldet hat) oder sorgt sich über Zukünftiges (der Ausgang der nächsten Klausurenphase, die Termine, die noch anstehen oder wie viel Geld man diesen Monat noch ausgeben darf).

Quelle: Pexels/Cristian Rojas

Diese ständigen Gedankenreisen, die fast 50 Prozent unserer Zeit füllen (Linz et al., 2021), versperren oftmals die Sicht auf das Wesentliche, das, was jetzt im Augenblick geschieht. Kinder leben meist ganz selbstverständlich im „Jetzt“. Für Erwachsene ist das in unserer digitalisierten und hektischen Gesellschaft oftmals ein fremder Zustand geworden. Durch bewusste Achtsamkeitsübungen kann dieser Zustand jedoch wieder erfahrbar werden.

 

Achtsamkeitsübungen heute sogar von Krankenkassen anerkannt

Das westliche Verständnis der Meditationspraktiken und bestimmte Grundhaltungen fernöstlicher Lehren formte sich unter anderem durch die Entwicklung der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR = mindfulness-based stress reduction) nach Jon Kabat-Zinn im Jahre 1979 (Kabat-Zinn, 2001).

Das MBSR ist ein komplementär-medizinisches Programm, d.h. es ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung, kann aber ergänzend eingesetzt werden. Allerdings zeigen empirische Untersuchungen, dass MBSR zur Behandlung einer Vielzahl von unterschiedlichen körperlichen und psychischen Störungen erfolgreich eingesetzt werden kann (Ruiz-Fernández et al., 2019). Die MBSR erfolgt als 8-wöchiger Kurs, der unterschiedliche Formen der Achtsamkeitsmeditation sowie Yoga beinhaltet. Als Präventionsmaßnahme wird MBSR heute von vielen Krankenkassen bezuschusst. Es scheint also ein Umdenken im Gesundheitsbereich stattzufinden: Psyche und Körper werden bei einer Behandlung zunehmend ganzheitlich  Quelle: Pexels/ Elly Fairytalebetrachtet, was den Einbezug achtsamkeitsbasierter Praktiken in der gesundheitlichen Aufklärung fördert (Heidenreich, 2006).

Die Zahl wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema „Achtsamkeit“ entwickelte sich über die letzten Jahrzehnte rasant: Vergleichend zum Jahr 2007, in dem gerade mal 69 Artikel mit dem Titel „mindfulness“ veröffentlicht wurden, fanden sich 2017 bereits 692 Arbeiten mit diesem Themenfokus (Kabat-Zinn, 2019, S.13). Darunter gibt es mittlerweile zahlreiche empirische Befunde, welche die positiven Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen bestätigen. Achtsamkeitsbasierte Therapien wurden dabei beispielsweise erfolgreich zur Behandlung bei Ängsten und Depression angewandt (Hofmann et al., 2010).

Quelle: Pexels/Keira Burton

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Wie werde ich achtsam? 

Achtsamkeit beginnt bei den kleinen Augenblicken des Alltags. Es ist nicht mehr und nicht weniger notwendig als die Besinnung auf das, was im Moment erlebt wird – und zwar mit allen Sinnen.

Quelle: Pexels /Gary Barnes

Beim nächsten Abwasch beispielsweise kannst du mal darauf achten, ob du den Schaum knistern hörst oder andere Geräusche wahrnimmst, wie sich deine Hände anfühlen, welche Gerüche dir in die Nase steigen oder ob du vielleicht die Farben des Regenbogens im Spülbecken entdeckst.

Natürlich können auch konkrete Achtsamkeitsübungen, wie eine Meditation, praktiziert werden. Integriert man diese beispielsweise genauso selbstverständlich in den Alltag wie das Zähneputzen, können sich bereits nach ein paar Wochen positive Effekte auf Psyche und Körper einstellen (Schmidt, 2014).

Meditation nach Jon Kabat-Zinn

„Meditation ist aktives Nicht-Tun. […] Die Meditation ist eine Art von Beschäftigung, wenn nicht gar die einzige, bei der es nicht darum geht, etwas zu erreichen oder irgendwohin zu gelangen, sondern darum, vollkommen da zu sein. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes um Da-Sein.“ (Kabat-Zinn, 2001, S. 51 ff.)

Nach dem Lesen dieses Beitrags sollte klar sein, dass diese Zeilen kein umfassendes Verständnis von Achtsamkeit vermitteln. Nur durch eigene Erfahrungen in einem Prozess persönlicher Transformation kann Achtsamkeit gesehen, gehört, gespürt und greifbar werden – in den unterschiedlichsten Facetten. Die Titelfrage lässt sich dementsprechend nur individuell beantworten, wenn auch die Studienergebnisse und Erfahrungen im Gesundheitswesen in der regelmäßigen Praxis mit Achtsamkeit vielversprechende Wirkungen für den Menschen und die Gesellschaft als Ganzes in Aussicht stellen.

Das Verfassen dieses Beitrags wurde für mich zu einer persönlichen Herausforderung. Es offenbarte mir den Konflikt, der sich ergibt, sobald ein lediglich erfahrbares Thema wie das der Achtsamkeit mit einem gewissen Informationsanspruch erklärt werden möchte. Das Tolle an diesem Blogbeitrag ist, dass er keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sollte eure Neugierde an den Vorteilen eines achtsamen Lebens geweckt worden sein, könnt ihr euch beispielsweise mit den hier verwendeten Quellen weiter auseinandersetzen.

 

Du möchtest Achtsamkeit jetzt direkt üben?

…Dann probier doch mal die Bodyscan-Methode aus! Im Folgenden findet ihr eine Anleitung dazu.

Quelle: Pexels/Karolina Grabowska

Hinweis: die Übung lässt sich leichter mit einem Partner/einer Partnerin durchführen. Er/Sie sollte sich die Anleitung vor Beginn der Übung durchlesen, damit Pausen beim Lesen und das Tempo richtig eingehalten werden können. Wenn ihr die Anleitung vorgelesen bekommt, könnt ihr euch ganz auf die Bodyscan-Meditation einlassen.

  1. Leg dich bequem auf deinen Rücken. Dabei ist egal, ob auf dem Boden, dem Teppich oder dem Bett. Hauptsache, du bist ungestört. Schließe deine Augen.
  2. Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, und spüre die Bewegungen deiner Atmung. Richte deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen in deinem Körper. Wo spürst du Berührungen und Druck? An welchen Stellen liegt dein Körper auf dem Boden auf? Lass dich mit jedem Ausatmen etwas tiefer in den Boden sinken.
  3. Erinnere dich daran, worum es bei dieser Aufgabe geht. Es geht einzig und allein darum, verschiedenen Körperteilen deine Aufmerksamkeit zu schenken und dabei aufkommende Gefühle wahrzunehmen. Es muss sonst nichts passieren.
  4. Lenke nun deine Aufmerksamkeit auf deine körperlichen Empfindungen im unteren Bauchraum. Spüre mit jedem Ein- und Ausatmen, wie sich deine Bauchdecke anfühlt. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, dem nachzuspüren, während du weiter ein- und ausatmest.
  5. Nachdem du deinen Bauchraum erspürt hast, lass deine Aufmerksamkeit jetzt dein linkes Bein hinunterwandern, bis zu deinem linken Fuß und den Zehen. Schenke jedem Zeh abwechselnd deine Aufmerksamkeit, und erforsche deine Empfindungen. Vielleicht spürst du den Kontakt zwischen den Zehen, aufkommende Wärme, ein Kitzeln oder gar nichts Besonderes.
  6. Löse mit dem Ausatmen die Aufmerksamkeit von den Zehen und lass sie in deinen gesamten linken Fuß wandern. Erforsche deine Empfindungen im Fußbereich. Im Hintergrund bist du dir deines Atems bewusst.
  7. Lasse den linken Fuß jetzt mit einem tiefen Ein- und Ausatmen los. Deine Aufmerksamkeit wandert jetzt Stück für Stück nach oben. Zuerst in die Wade, dann ins Schienbein, ins Knie, immer nacheinander.
  8. Mit behutsamer und sanfter Aufmerksamkeit erspüre nun auch deine anderen Körperteile. Unten angefangen von den rechten Zehen, zum rechten Fuß, das Bein entlang nach oben, zur Hüftgegend, zum Rücken, zur Bauchgegend. Nimm dir Zeit, und erforsche, was du wahrnimmst. Weiter geht es zur Brust, in die Finger hinein, über die Hände, die Arme entlang, zu den Schultern. Weiter hoch in den Nacken, bis zum Kopf, und schließlich zum Gesicht.
  9. Wenn du Anspannung in einem Bereich spürst, atme in sie hinein, und habe mit dem Ausatmen das Gefühl, sie zu lösen.
  10. Wenn du ab und zu von deinem Körper und deinem Atem abschweifst, ist das normal und in Ordnung. Beobachte, wohin der Geist abgeschweift ist, und lenke deine Aufmerksamkeit dann wieder behutsam auf das jeweilige Körperteil.
  11. Am Ende nimm deinen Körper als Ganzes wahr. Der Atem fließt frei hinein und hinaus.
  12. Die Übung kann auch im Sitzen oder mit offenen Augen durchgeführt werden.

(In Anlehnung an Margraf, J. & Schneider, S. (Hrsg). (2009))

  • Heidenreich, T. & Michalak, J. (Hrsg.). (2006). Sonderheft »Achtsamkeit und Akzeptanz«. Psychotherapie im Dialog, 3.
  • Hofmann, S. G., Sawyer, A. T., Witt, A. A., & Oh, D. (2010). The effect of mindfulness-based therapy on anxiety and depression: A meta-analytic review. Journal of consulting and clinical psychology78(2), 169–183. https://doi.org/10.1037/a0018555
  • Kabat-Zinn, J. (2001). Gesund durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung. München: Barth.
  • Linz, R., Pauly, R., Smallwood, J. et al.Mind-wandering content differentially translates from lab to daily life and relates to subjective stress experience. Psychological Research 85, 649–659 (2021). https://doi.org/10.1007/s00426-019-01275-2
  • Margraf, J. & Schneider, S. (Hrsg). (2009). Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen. Heidelberg: Springer.
  • Ruiz‐Fernández, M. D., Ortíz‐Amo, R., Ortega‐Galán, Á. M., Ibáñez‐Masero, O., Rodríguez‐Salva-dor, M. del M., & Ramos‐Pichardo, J. D. (2019). Mindfulness therapies on health professionals. International Journal of Mental Health Nursing, inm.12652. https://doi.org/10.1111/inm.12652
Quelle: unsplash: Kelly Sikkema
#haltungzeigen

Wie viel Haltung zeigst du? Teste dein Zivilcourage-Wissen!

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Was bedeutet das Wort Zivilcourage eigentlich genau?

Quelle: pexels: Pixabay
Richtig! Falsch!

Das Wort Zivilcourage kommt ursprünglich aus dem Französischen. „Courage“ bedeutet „Mut“, „civil“ heißt „bürgerlich“. Wörtlich übernommen heißt es also „Bürgermut“ und bedeutet, sich für etwas einzusetzen, auch wenn man dabei selbst etwas riskiert.

Jemand wird belästigt oder angegriffen. Viele Leute beobachten diese Situation, doch niemand unternimmt etwas, weil alle darauf warten, dass jemand anderes den ersten Schritt macht. Wie nennt man diesen Effekt?

Quelle: pexels: Vitaly Vlasov
Richtig! Falsch!

Bystander bedeutet Schaulustige*r oder Beobachter*in. Der Bystander-Effekt tritt oft auf, wenn viele Personen einen Übergriff mitbekommen, jedoch nicht eingreifen und lieber wegschauen. "Irgendwer wird schon etwas sagen oder tun", denken sich die meisten und machen daher nichts.

Bei der Diskriminierung von Minderheiten heißt es ebenfalls Haltung zeigen. Eine Form von Diskriminierung ist Ableismus. Was bedeutet das?

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Richtig! Falsch!

Ableismus ist das Fachwort für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung. Bekommst du also mit, wie jemand schlecht über Menschen mit Behinderungen redet, sprich ihn oder sie darauf an und mache der Person bewusst, dass sein/ihr Verhalten verletzend und nicht in Ordnung ist.

Zivilcourage ist wichtig, Selbstschutz geht aber vor. Was kannst du dennoch immer tun, ohne dich dabei in Gefahr zu begeben?

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Richtig! Falsch!

Keinesfalls solltest du dich leichtsinnig in Gefahr begeben und den/die Held*in spielen! Rufe lieber die Polizei, hilf als Zeug*in, mache andere Menschen auf die Situation aufmerksam oder hilf, soweit es möglich ist, dem Opfer. Sei kein Bystander und schau auch nicht einfach weg! Videos oder Fotos solltest du auf keinen Fall posten, damit machst du dich strafbar. Aber die Aufnahmen können als Beweise helfen.

Ich sehe, wie jemand beleidigt, angegriffen oder bedrängt wird, doch ich mache nichts. Kann das rechtliche Folgen für mich haben?

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Richtig! Falsch!

Wegschauen kann wegen unterlassener Hilfeleistung nach § 323 StGB strafbar sein. Aber beachte, dass der eigene Schutz immer vorgeht! Gefährliche Situationen sind oft schlecht einzuschätzen, aber die Polizei rufen geht immer!

Du merkst, wie ein*e Freund*in von dir im Internet verbal angegriffen wird. Was kannst du tun?

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Richtig! Falsch!

Keinesfalls sollte man hier tatenlos zusehen. Das Mindeste was du tun kannst, ist mit Gegenargumenten zu kontern, oder Love- statt Hate-Speech zu verbereiten. In Extremfällen kannst du den oder die Täter*in bei den Plattformbetreibern melden. Ist der Post strafbar, kannst du dies auch zur Anzeige bringen. Biete deinem Freund oder deiner Freundin ein vertrauliches Gespräch oder deine Hilfe an.

Was kannst du vorbeugend tun, um nicht Opfer eines Cyber-Mobbing Angriffs zu werden?

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Richtig! Falsch!

Am besten ist es, wenn man möglichst wenig Privates postet und seine persönlichen Daten schützt. Halte am besten auch deine Freund*innen und deine Familie aus deinen (öffentlichen) Beiträgen raus. Denn diese können dich angreifbar machen. In den Privatsphäre-Einstellungen der Plattformen kannst du auch selber festlegen, wer deine Posts sehen darf.

Ein*e Bekannte*r von dir teilt nachweislich Fake News bei Social Media. Wie reagierst du?

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Richtig! Falsch!

Den Post der Plattform zu melden ist wichtig. Jedoch kannst du auch in einem netten Gespräch versuchen, deine*n Bekannte*n aufzuklären, damit er oder sie eventuell selbst den geteilten Beitrag löscht. Mit faktenbasierten Argumenten und seriösen Quellen kannst du aufzeigen, dass es sich hier um Fake News handelt.

Eine besonders interessante und brisante Nachricht wird auf meinem Feed angezeigt. Ich bin mir unsicher, ob diese stimmt. Wie gehe ich weiter vor?

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Richtig! Falsch!

Leite die Nachricht auf keinen Fall ohne weiteres an deine Freunde! Denn so läuft du die Gefahr, den Fake News nur noch mehr Reichweite zu verschaffen. Überprüfe erst die Quellen und Bilder sorgfältig.

Wie kannst du Personen begegnen, die an Verschwörungsmythen glauben?

Quelle: pexels: Andrea Piacquadio
Richtig! Falsch!

Keinesfalls solltest du dich über ihn oder sie lustig machen. Das verhärtet die Fronten und führt zu gar nichts! Zeige Einfühlungsvermögen, und versuche mit seriösen Quellen und detaillierten Fragen zu bewirken, dass dein Gegenüber seine Denkweisen hinterfragt.

Quiz Zivilcourage
Da ist noch Luft nach oben!
Das war wohl nichts. Du hast dir sicherlich Mühe gegeben, aber um richtig Zivilcourage zeigen zu können, benötigt es mehr als nur Halbwissen. Zum Glück haben wir hier alle nötigen Informationen, die du brauchst, um das nächste Mal besser punkten zu können!
Gar nicht mal so übel!
Du konntest circa die Hälfte der Fragen richtig beantworten und hast somit schon ein brauchbares Wissen zum Thema Zivilcourage. Klicke hier, wenn dir das noch nicht reicht und du dein Wissen ausbauen möchtest!
Du zeigst Haltung!
Wow, du kennst dich definitiv aus! Bei solch wichtigen Themen wie Zivilcourage kann man nicht über genug an Wissen verfügen. Du siehst das auch so? Dann klicke hier und erfahre noch mehr zum Thema.
Quelle: Liam Edwards
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Rassismus, Homophobie etc. – es reicht dann auch mal!

Sandra, 25 Jahre

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Zivilcourage – was ist das eigentlich?

Quelle: privat

Sophia, 28 Jahre

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Zivilcourage kann jeder – wir zeigen dir, wie es geht

Lisa-Maria, 30 Jahre

Quelle: unsplash: Sydney Sims
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Zivilcourage im Internet

Fabian, 19 Jahre

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Gegen Verschwörungstheorien und Fake News

Diane, 22 Jahre

Quelle: www.pexels.com
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Wie gesund sind Studierende?

Lena, 26 Jahre

#klimaschutzistgesundheitsschutz #trustinscience #trustyourself

Eine überfüllte Bibliothek, seitenweise abschreiben und auswendig lernen. Rückenschmerzen vom langen Sitzen, die Augen brennen vor lauter Bildschirmzeit. Die Schlange am Kaffeeautomaten wird immer länger und die Wartenden immer ungeduldiger. Irgendwie muss man sich schließlich wach und konzentriert halten mitten in der Prüfungsphase.

 

Alle die studieren, kennen dieses Gefühl. Wer allerdings gerade auf der Suche nach dem passenden Studienplatz ist, macht sich vermutlich noch keine Gedanken über die Herausforderungen, die das Studierendenleben so mit sich bringt. Freiheit und freie Zeiteinteilung schwebt wohl den meisten vor. Und teilweise stimmt das ja auch.

Doch genau diese Freiheit erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation, die viele nach der Schule erst noch lernen müssen. Auf diese Weise wird Freiheit dann schnell mal zu Druck, und Stress oder Versagensängste sind vorprogrammiert. 85% aller Studierenden behaupten, ihre Gesundheit ist ihnen wichtig, aber nur knapp die Hälfte beschreibt ihr Wohlbefinden als gut oder sehr gut. Die Gründe dafür sind vielfältig.

 

Unter die Lupe genommen

Lange hat sich die Gesundheitsforschung dazu nicht mit der Gruppe der Studierenden auseinandergesetzt, sie wurden allgemein als relativ gesund wahrgenommen.

Dabei leben sie meist mit vergleichsweise geringem Einkommen und können dadurch Probleme mit der Wohnsituation haben (Stock & Krämer, 2001). Allein die Finanzierung des Studiums – vor allem bei Studierenden, deren Eltern sie nicht unterstützen können – kann eine große Belastung sein.

Verschiedene Studien belegen, dass unter Studierenden ein erhöhtes emotionales Stresslevel und Schlafstörungen große Probleme darstellen (Schlarb et al., 2017). Auch Depressionen sind nicht selten, sie betreffen ungefähr jede*n Vierte*n. Prüfungen sind die schwerwiegendste Ursache für Stress (TK CampusKompass, 2015).

Natürlich gibt es viele Einflussfaktoren, die sich auf Stresserleben auswirken, unabhängig davon, ob eine Person studiert. Dazu zählen zum Beispiel die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld oder der finanzielle Hintergrund der eigenen Familie (Margraf et al., 2020).

 

Wenn der Körper streikt

Neben den psychischen Herausforderungen ist bei vielen Studierenden auch die körperliche Gesundheit stark beansprucht. Circa die Hälfte hat Kopf-, mindestens ein Drittel Rückenschmerzen, etwa 10% klagen über Tinnitus (Schlarb et al., 2017; TK CampusKompass, 2015). Viele interessieren sich zwar für gesunde Ernährung und wünschen sich das auch von ihrer Mensa, jedoch kennen sich die Wenigsten damit aus, was das eigentlich bedeutet (Thees et al., 2012).

Studentinnen sind von allen Problemen weit häufiger betroffen als Studenten (Bailer et al., 2008). Nach dem CampusKompass der Techniker Krankenkasse von 2015 gilt das sowohl für Erschöpfung und Stress als auch für Kopf- und Rückenschmerzen.

Eventuell macht auch das Studienfach einen Unterschied, wobei Studierende geisteswissenschaftlicher Studiengänge sich kränker fühlen als beispielsweise Studierende der Naturwissenschaften. Das könnte allerdings auch auf den geringeren Frauenanteil zurückgeführt werden (TK CampusKompass, 2015).

 

Covid-19 hinterlässt Spuren

Während der Coronapandemie hat sich das Leben für Studierende stark verändert. Die Unis blieben geschlossen, was sich für viele neben der Lehre auch auf das restliche Leben auswirkte. Gemeinsam in die Mensa oder ins Café gehen fiel weg, jeglicher Kontakt zu Dozierenden fand über Videokonferenzen und Chats statt. Dazu kamen digitale Prüfungen und finanzielle Sorgen. Dass die Belastung dadurch gestiegen ist, erklärt sich von selbst, wie diese Studie zeigt.

Es gibt jedoch immerhin einen Lichtblick: Zumindest scheinen Studierende häufiger Sport zu treiben, als die Durchschnittsbevölkerung. Und der ist bekanntermaßen gut für die Gesundheit (TK CampusKompass, 2015). Vielleicht schaffen es Universitäten und Hochschulen in naher Zukunft, noch bessere Voraussetzungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu schaffen. Wichtige Ansatzpunkte können die Gerichte in der Mensa, das Sportangebot und Veranstaltungen zur psychischen Gesundheit sein – damit kommende Prüfungsphasen vielleicht mit weniger Stress (und weniger Koffeinkonsum) bewältigt werden können.

 

 

 

 

 

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